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Feiern bis der Arzt kommt: Beim Medimeister treffen sich 20.000 Medizinstudenten

Feiern bis der Arzt kommt: Beim Medimeister treffen sich 20.000 Medizinstudenten

Auf dem Obermehler Flugplatz in der Nähe der thüringischen Stadt Mühlhausen stürmt es. Bei Wind und Regen sind Marc Filschmacher (26) und seine hannoverschen Kommilitonen von der MHH gerade dabei, ihr Lager für die Medimeisterschaft aufzuschlagen. 20.000 Besucher werden hier ab Donnerstag, 8. Juni, erwartet. Ein Großteil von ihnen sind Medizinstudenten, die von 40 Unis aus ganz Deutschland kommen. Das Mega-Happening ist es ein Fußballturnier, bei dem angehende Tier-, Zahn- und Allgemeinärzte gegeneinander antreten. Bei den ersten Medimeisterschaften 2002 trafen sich 200 Studis auf einem Bolzplatz und kickten drauflos. Inzwischen muss dafür ein Flugfeld gemietet werden – rund 400 Mannschaften wurden gemeldet. Marc war schon mehrmals hier. Wir haben mit ihm über das etwas andere Festival gesprochen.

Foto: Medimeisterschaft

Hallo Marc, mit wie vielen Leuten seid ihr dieses Jahr bei den Medimeisterschaften vertreten?

Von der MHH sind es ungefähr 500 und von der TiHo 200 bis 250. Das ist ein buntes Treiben: Vor ein paar Jahren haben sich die Macher überlegt, dass sich Unis ein eigenes Motto überlegen sollen und sich entsprechend verkleiden. Das alles läuft dann auf das Fußballturnier am Sonnabend hinaus. Wir haben drei Mannschaften gemeldet. Fankultur, Kostüme und die Fanwagen werden ebenfalls mit Preisen ausgezeichnet.

Freut ihr euch mehr auf die Medimeisterschaft als auf Rock am Ring oder das Hurricane?

Es ist anders hier. Bei normalen Festivals trifft man sich eher wegen des Musikgeschmacks. Hier ist es das gemeinsame Studium – das schafft ein sehr angenehmes Flair. Man hat mit allen einen gemeinsamen Nenner.

Ihr habt für das Turnier den Song „Endlich wieder lustig“ geschrieben, aufgenommen und ein Video gedreht. Mit fast 55.000 Klicks ist er nach wenigen Tagen ein kleiner Youtube-Hit. Könnt ihr euch das erklären?

Man muss sagen, dass viele von den 20.000 Besuchern auf die Songs warten – da kommen automatisch einige Views zusammen. Viele vollen sehen, was meine und andere Unis machen. Je besser die sind, desto höhere Wellen schlagen die. Göttingen ist zum Beispiel immer gut dabei. Wir haben es dieses Jahr mit relativ einfachen Mitteln geschafft, etwas Witziges und Lehrreiches zu machen.

Wie seid ihr darauf gekommen, eine Hommage an den verstorbenen Peter Lustig zu schreiben?

Die Idee fanden alle gut. Durch den Tod von Herrn Lustig haben wir gedacht: Das passt. Die Generation, die gerade Medizin studiert, ist mit ihm groß geworden. Das Motto soll an die Kindheit erinnern. Wir wollten nicht so auf den Pott hauen.

Ihr habt sogar seinen Wohnwagen nachgebaut und mitgenommen. Warum?

Der ist Anschauungsmaterial für unser Motto. Davor kommt eine Bühne mit DJ-Pult – da kann getanzt werden.

Zurück zum Sport: Welche Chancen rechnet ihr euch beim Fußball aus?

Wir haben vom absoluten Amateur bis zum Landesligisten alles vertreten. Aber man kann die Leistung schwer einschätzen: Wir spielen auf einem Flugplatz – da hat man nicht die besten Bedingungen. Lange Pässe und gute Bälle zu spielen ist schwer. Einen Favoriten gibt es nicht.

Ihr habt auch ein Flunkyball- und ein Beerpong-Team. Spielen da die Kommilitonen mit, die weniger Kondition und Technik, dafür aber mehr Trinkfestigkeit haben?

Das sind eigene Turniere. Die Fußballer machen da nicht mit (lacht).

Interview: Manuel Behrens

Über den Autor

Karsten Röhrbein

Karsten leitet die ZiSH-Redaktion der HAZ. Hier im Blog kümmert er sich vor allem um die Koordination, Themenbesprechung und was sonst so anfällt.

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