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Darf man über Pimmelwitze lachen, Professor Pohl?

Darf man über Pimmelwitze lachen, Professor Pohl?
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Was männlich und was unmännlich ist, darüber spricht Olli Schulz offenbar nicht gerne. Rolf Pohl hingegen redet ständig darüber: Es ist sein Beruf, seit über 30 Jahren forscht er an der Leibniz-Uni im Bereich der Sozialpsychologie, Schwerpunkt: Männlichkeitsforschung. Kürzlich sind die beiden in der TV-Talkrunde „Schulz & Böhmermann“ aneinandergeraten. Wir haben mit dem scheidenden Prof. darüber gesprochen, was da los war, welche Politiker problematische Männerbilder vertreten – und was Pohl nach dem Abschied von der Uni macht.

Hallo Professor Pohl. Anfang März haben Sie in der Talkshow „Schulz und Böhmermann“ über Rollenbilder und Sexismus gesprochen. Was ist Sexismus eigentlich?

Es gibt eine klare Definition des Bundesfamilienministeriums. Darin geht es um sexuell getönte Absichten. Also auch um Machtdifferenzen und Ungleichheiten, die zur sexuellen Befriedigung ausgenutzt werden. Die Spannbreite geht vom übergriffig empfundenen Witz zum Grabschen bis hin zur Vergewaltigung.

Wie äußert sich das zum Beispiel?
Angesichts der Rivalitäten unter Männern und des offensichtlichen Vordringens bestimmter Männlichkeitsbilder. Das sehen wir weltweit in den Auftritten verschiedenster Politiker: bei Trump, bei Putin, Erdogan. Es sind verschiedene Typen von Männlichkeit, aber immer geht es um die Demonstration einer überlegenen Männlichkeit. Bei Trump ganz extrem – gekoppelt mit Sexismus und Rassismus gleichzeitig. Auch politische Organisationen wie die AFD propagieren sehr rückschrittliche Frauen- und Männerbilder.

Wie ist denn Olli Schulz in der Talkshow mit dem Thema umgegangen?
Ich fand es interessant, dass Olli Schulz immer verbissener und aggressiver wurde. Das war genau das Gegenteil von dem, was er eigentlich gefordert hat: nämlich einen spielerischen Umgang. Das zeigt, dass ein lockerer Umgang mit dieser Thematik offenbar nicht richtig gelingt. Es sei denn man versucht wirklich dieses Niveau von dem allseits akzeptabel zu machen, was Schulz „Pimmelwitze“ nannte.

Professor Pohl verbringt derzeit seine letzten Tage in seinem Büro.

Aprospros: Darf man eigentlich über Pimmelwitze lachen?
Da müsste vermutlich erst einmal definiert werden, was Pimmelwitze sind. Pimmelwitze sind eine abschätzige Bezeichnung für den alten Männerwitz – die Zote. So ein Witz, insbesondere so ein Pimmelwitz, ist entlarvend. Es weist auf eine sexuell getönte Männlichkeitsproblematik derjenigen hin, die darüber lachen.

Der „Pimmelwitz“ von Olli Schulz wurde in der Sendung gepiept, war er denn wenigstens witzig?
Nein, er war überhaupt nicht witzig.

Aber Sie haben gelacht!
Ja mehr so aus Höflichkeit oder Scham, ich weiß es nicht.

Sie sind gerade dabei sich aus der Universität zu verabschieden. Was werden Sie am Dozieren vermissen und was nicht?
Am meisten vermisse ich die regelmäßige Arbeit mit den Studierenden, den Austausch mit ihnen – auch über den Inhalt der Vorlesungen und Seminare hinaus. Was ich nicht vermisse, sind die institutionellen Zwänge. Früher hieß es mal in den Studienordnungen, das Studienziel sei auch die Menschenbildung, die Umwege erlauben kann. Heute heißt es lapidar in Studienordnungen: Das Ziel ist das Erreichen von 180 LP.

Wie kann man sich denn Ihren Rentneralltag vorstellen? Was haben Sie sich für Ziele gesetzt?
Ich werde das machen, wozu ich in den letzten Jahren wenig gekommen bin – mehr lesen und vor allem schreiben. Ich werde mich auf keinen Fall wirklich zur Ruhe setzen oder mich der Rasenpflege oder Ameisenbekämpfung widmen.

Interview: Nina Hoffmann

 

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3 Kommentare

  1. Wieder mal linke Propaganda ohne Ende. Sexismus bezeichnet die Bevorzugung oder Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Punkt.
    Natürlich müssen Genderspinner wieder versuchen, ihre Ansichten vom „richtigen“ Männerbild durchzudrücken – und die haz gibt die Bühne. Peinlich.

    Antworten
    • Lieber alles so lassen, und die Männer schlagen sich gegenseitig und ihre Frauen weiterhin tot? So sad!

      Antworten
  2. Nach so einem Interview ist ja wohl klar:
    Es ist gut und an der Zeit, dass Prof. Pohl in den Ruhestand geht.

    Antworten

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