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Das große Abc des Erwachsenwerdens

Das große Abc des Erwachsenwerdens

Nach dem Studium ertappt man sich dabei, plötzlich Dinge toll zu finden, die früher noch spießig waren. Darf man das? Aber klar doch! Das große Abc des Erwachsenwerdens.

A wie Ausgeglichenheit: Ein Abend auf der Couch statt in der Bar? Mit Freunden kochen statt bis 6 Uhr morgens zu feiern? Was früher undenkbar war, geht jetzt ganz entspannt: Das Selbstbewusstsein ist groß genug, um ruhig mal einen Abend zu verpassen – oder ein Wochenende.

B wie Bilder machen: Mit der Zeit vergessen wir mitunter auch die schönsten Erinnerungen. Selfies sind da nicht sonderlich aussagekräftig. Stattdessen wollen wir später dann doch lieber ungestellte Schnappschüsse mit den Liebsten anschauen.

C wie Chardonnay: Bier von der Tanke oder grellfarbiger Schnaps, von dem du nach zwei Schlucken Diabetes bekommst? Bitte nicht! „Auf ex“ ist vorbei – immerhin kommt mit dem Alter ja auch die Ruhe zum Genießen.

D wie „Die Jugend von heute“ in den Wortschatz aufnehmen: Du hattest noch nie einen Fidget Spinner in der Hand und „am fly sein“ kommt dir auch nicht über die Lippen? Tja, egal wie jung geblieben du auch sein magst: Teenager-Trends findet jeder irgendwann merkwürdig. Das ist in Ordnung. Mittzwanziger, die über „diese Jugendlichen“ schimpfen, sind aber genauso eigenartig.

E wie Eltern im Freundeskreis: Vielleicht ist es noch nicht passiert. Aber sicher ist es bald so weit: Das erste Paar in deinem Freundeskreis bekommt ein Kind. Du gehörst jetzt zu „den Großen“. Spätestens aber, wenn du mit dem Knirps zusammen auf dem Boden sitzt und spielst, darfst du auch wieder das Kind in dir rauslassen.

F wie Facebook-Account aufräumen: Du willst in der Arbeitswelt so richtig durchstarten, aber kein Unternehmen lädt dich zum Vorstellungsgespräch ein? Könnte an den peinlichen Partyfotos liegen, die noch auf deinen Social-Media-Profilen herumgeistern. Wer das Löschen nicht übers Herz bringt, sollte zumindest die Privatsphäre-Einstellungen checken.

G wie Gang: In Schule und Uni war es einfach, Freunde zu finden. Mitschüler und Kommilitonen haben wir fast täglich gesehen – das schweißt zusammen. Mit manchen waren wir vielleicht aber auch nur befreundet, weil sie eben ständig da waren. Jetzt kannst du dir deine Gang selbst aussuchen.

H wie Haftpflicht: Hausrat-, Unfall- oder Lebensversicherung? Wer nach dem Studium aus Papas Familienversicherung ausscheidet, stellt fest: Man kann sich gegen fast alles versichern. Wichtig ist aber erst mal das ganz Grundsätzliche: Kranken- und Pflegeversicherung sowie Rente gibt das Gesetz vor. Nicht vorgeschrieben, aber dennoch wichtig ist die Haftpflichtversicherung. Ohne die kann ein kleines Missgeschick schnell sehr teuer werden.

I wie immer wieder sonntags: Routine klingt erst mal langweilig. Aber gerade bei unregelmäßigen Arbeitszeiten oder im Schichtdienst sorgen Rituale und feste Schlafzeiten für einen gesunden Bio-Rhythmus und beugen Stress vor.

J wie Jahrgangstreffen: Als die Eltern früher beschwipst und mit vielen guten, alten Geschichten vom Klassentreffen heimkamen, schüttelten wir nur mit dem Kopf. Jetzt steht das erste eigene Jahrgangstreffen an, und wir werden genauso nostalgisch. Das ist okay. Dafür sind diese Veranstaltungen schließlich da.

K wie Kater: Tja, dein Körper ist keine 18 mehr. Eine Party am Freitagabend kann dich schon mal das ganze Wochenende lang außer Gefecht setzen. Fettiges Junkfood, um den Katerhunger zu stillen, muss natürlich trotzdem noch sein.

L wie Lehrer: Das sind doch diese Menschen, bei denen ein Privatleben immer unvorstellbar wirkte. Jetzt existieren sie plötzlich in unserem Freundeskreis – und wir stellen fest, dass sie Lehrer- für Schülerwitze eingetauscht haben.

M wie Mama: Sie war immer da, wenn es ihrem Kind schlecht ging. Doch mit dem Alter dreht sich das manchmal um. Schließlich haben Mama und Papa auch mal Sorgen und brauchen jemanden, der zuhört. Wir lernen: Eltern sind auch nur Menschen.

N wie neue Dinge lernen: Nur weil das Studium oder die Ausbildung beendet sind, hört das Lernen nicht auf. Ob es nun eine exotische Sportart oder eine Fremdsprache ist – ein anfängerfreundlicher Kurs lässt sich immer finden. Den gibt es etwa bei der Volkshochschule oder als Fernstudium. Das peppt nicht nur den Lebenslauf auf, sondern macht vor allem auch Spaß.

O wie Ordner: Mietvertrag, Bankunterlagen, Formulare – der Papierkram wird immer mehr, und damit steigt die Unordnung. Wenn wir weiter alles nur auf den Schreibtisch werfen, bekommen wir spätestens bei der Steuererklärung (siehe S) deutliche Probleme.

P wie Patientenverfügung: Ja, das Thema ist blöd. Du bist kein Kind mehr, aber natürlich auch noch nicht uralt. Trotzdem: Unfälle können jederzeit passieren. Und dann sollte geregelt sein, wer für dich verantwortlich ist. Besprich das mit den Eltern oder den entsprechenden Vertrauenspersonen – und mit deinem Hausarzt, bei dem du die Verfügung dann hinterlegen kannst.

Q wie Qualität: Mit dem ersten richtigen Job kommt auch das erste richtige Gehalt. Arbeit klingt erst mal anstrengend, hat aber auch Vorteile. Du musst jetzt nicht mehr das Billigste vom Billigen kaufen, sondern kannst dir auch mal etwas gönnen – egal, ob beim Essen, der Kleidung oder der Abendgestaltung.

R wie Reisen: Es geht raus in die Welt! Zwar beschränkt der Job die freien Tage im Jahr, dafür steht nun mehr Geld zur Verfügung. Es muss ja nicht gleich das spießige Wellness-Hotel sein – könnte es jetzt aber, wenn du das willst.

S wie Steuererklärung: Ein richtiges Einkommen bedeutet auch: Steuern zahlen. Wer das Prozedere aber einmal verinnerlicht hat, erkennt auch die Vorteile. Verschiedene Organisationen bieten spezielle Steuerseminare für Studenten an.

T wie Tupperware: Tupperdosen sind das Spießersymbol schlechthin. Praktisch und umweltfreundlicher als Plastiktütchen sind sie aber auch. Du musst ja keine Tupperpartys schmeißen.

U wie Unabhängigkeit: WG oder eigene Wohnung – deine Entscheidung. Wer allein wohnt, muss sich nicht mehr mit den Mitbewohnern um den leeren Kühlschrank oder das dreckige Bad streiten, kann aber auch niemand anderem mehr die Schuld zuschieben.

V wie Vorsorge: Die Rente liegt noch in ferner Zukunft. Doch wer jetzt zu faul ist, sich darum zu kümmern, darf später nicht meckern. Ob dir die gesetzliche Rente ausreicht oder du privat vorsorgen willst, ist deine Entscheidung.

W wie wertschätzen: Nicht alles ist selbstverständlich, das weißt du mittlerweile. Wenn du dich über das tiefsinnige Gespräch mit der besten Freundin oder den hilfreichen Tipp des Kollegen freust, dann zeig ihnen das auch.

X wie X- und Y-Chromosom: Männer dürfen Gefühle zeigen, und Frauen können auch mal die Starke sein. Emotionale Reife zeigt sich auch darin, wie wir unsere Partner behandeln und mit ihnen reden. Wer aufgeschlossen ist und den Macho-Mist mal sein lässt, kann entdecken, wie nah man sich einer anderen Person fühlen kann.

Y wie Yorkshire Terrier: Einen neuen Lebensabschnitt zu betreten, ist manchmal angsteinflößend. Da kann es auch mal schön sein, einen treuen Begleiter an deiner Seite zu wissen – etwa einen mit vier Beinen und weichem Fell.

Z wie Zickzack: Das Leben ist nicht immer gradlinig. Ziele fallen weg, ändern sich oder tauchen neu auf – und das ist großartig. Erwachsenwerden ist schließlich nicht nur ein Abschied von der Jugend, sondern auch der Start in ein neues Abenteuer. Langeweile kommt dabei nur dann auf, wenn du sie aufkommen lässt.

Mitarbeit: Ansgar Nehls, Emma Schell, Jacqueline Niewolik, Jeffrey Ji-Peng Li, Johanna Kruse, Johanna Stein, Joss Doebler, Maline Hofmann, Manuel Behrens, Sarah Franke, Sarah Seitz, Theresa Kruse und Tim Klein.

Über den Autor

ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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