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Das sind die Macher des Unikinos

Das sind die Macher des Unikinos
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„Halli-Hallo-Hallöchen, herzlich willkommen im Uni-Kino!“, sagt Oliver zur Begrüßung. 342 Studenten applaudieren dem jungen Mann im türkisen Poloshirt. Statt einer Vorlesung zu lauschen, sehen sie heute im Audimax der Leibniz-Uni gemeinsam den Film „Die Insel der besonderen Kinder“. Innerhalb kürzester Zeit hat sich der riesige Raum vom Hör- zum Kinosaal gewandelt. Verantwortlich dafür sind der 26-jährige Oliver Till, der Mathe und Chemie auf Gymnasiallehramt studiert, und sein Team.

Haben immer viel zu tun: Oliver (zweiter von rechts, mittlere Reihe) und sein Unikino-Team. Foto: Dillenberg

Die 15 Studenten treffen sich eine Stunde vor Beginn der Vorstellung im Audimax. Die Aufgaben sind klar verteilt: Einige Studenten bauen die Technik auf, andere den Kiosk und die Popcornmaschine. Wieder andere kümmern sich um den Kartenverkauf und den Einlass am Eingang.

Volles Haus: Zur Vorstellung von „Die Insel der besonderen Kinder“ sind 342 Studenten gekommen. Foto: Dillenberg

Die wichtigste Aufgabe, die Auswahl der Filme, wird aber schon vor Semesterbeginn erledigt. Dazu startet das Team zu Semesterende eine Facebook-Umfrage. Dort können alle Studierenden abstimmen. Das Uni-Kino-Team schaut sich dann die Trailer an und stellt ein möglichst buntes Programm zusammen. Ein Muss ist „Die Feuerzangenbowle“. Der Klassiker mit Heinz Rühmann wird um Nikolaus herum mehrmals gezeigt. Statt 1,50 Euro kosten die Karten für Studenten, Hochschulangehörige und Freunde dann 2,50 Euro. Dafür bekommen die Zuschauer aber auch ein Schnapsfläschchen und Knicklichter – die kommen im Laufe des Films zum Einsatz.

Heiß geliebt: Das frische Popcorn aus der neuen Maschine kommt bei den Studenten gut an. Foto: Dillenberg

Die Filme werden über BluRay-Player und einen eigenen Full-HD-Projektor gezeigt, sagt Oliver. „Für den Ton benutzen wir einfach die Hörsaaltechnik.“ „Die Sitze hier sind natürlich längst nicht so bequem wie in anderen Kinos“, meint seine Teamkollegin Kim. Die Atmosphäre sei aber deutlich cooler: „Es kommt auch vor, dass jemand während des Films etwas Witziges reinruft.“ Und seit letztem Jahr hat das Unikino sogar eine eigene Popcornmaschine.

Große Auswahl: Manu (links) und Marie verkaufen Snacks zu studentenfreundlichen Preisen. Foto: Dillenberg

Auch anders als im Standard-Kino sind die Filmzeiten: Selten fangen die Filme im Unikino pünktlich um 20 Uhr an. Für Oliver und sein Team gibt es fast immer etwas zu tun: die Schlangen an Kiosk und Popcorn-Stand sind noch voll, als der Film eigentlich schon beginnen soll. Oliver hilft am Kiosk aus, sprintet immer wieder die 13 Betonstufen in den Backstage-Raum und holt Getränke-Nachschub oder Eis. Trotz der Hektik bleibt er locker: „Wir brauchen mal’n Treppenlift!“ keucht er mit zwei Flaschen Club Mate in der Hand. Es ist 20.10 Uhr, als Oliver das Publikum begrüßt. Verägert ist deswegen aber niemand von den Studis – schließlich ist Oliver ja noch locker im akademischen Viertel.

Von Greta Friedrich

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ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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