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Das solltest du bei Work & Travel beachten

Das solltest du bei Work & Travel beachten

Nach dem Abi wollen viele nach Kanada und Neuseeland. ZiSH-Autorin Nele war zwei Jahre dort – und hat beim Arbeiten und Reisen viel mitgenommen. 


Rucksack auf den Rücken, ab in den Flieger und monatelang im Sonnenschein umherreisen – so einfach stellte ich mir mein Work & Travel-Jahr vor. Ganz wie gedacht verlief meine Reise dann doch nicht: Zwei Jahre reiste ich mit einem Visum für Neuseeland und Kanada umher, suchte mir ständig eine neue Unterkunft für die Nacht, lernte Menschen

kennen, die mir in jeder Situation halfen und fand Freunde, zu denen ich immer noch Kontakt habe. Unterwegs habe ich nicht nur viel erlebt, sondern auch gelernt.

1. Trau dich ​

Eine Sprache in der Schule zu lernen ist das eine – den Mut zu besitzen, sie anzuwenden, etwas ganz anderes. Gleich zu Beginn habe ich gelernt, dass es ok ist, Fehler zu machen. Meine Gastfamilie meinte, ich solle mehr englische Vokabeln verwenden. Statt eines Fantasy-Romans war meine Bettlektüre für die erste Woche also ein Englischwörterbuch. Die Mitglieder meiner Gastfamilie gaben mir Tipps für den Satzbau. Als mir endlich nicht mehr ständig die Worte fehlten, war ich stolz wie Bolle.

2. Es geht auch ohne Agentur ​

Ich habe viele Deutsche kennengelernt, die ihre Reise mit einer Organisation geplant hatten. Als große Hilfe empfanden viele das aber nicht: Im Grunde organisierten sie Jobs, Unterkünfte und Reiserouten immer selbst – sie mussten dafür nur mehr bezahlen. Ich selbst reiste von Anfang an ohne Agentur und war damit rundum zufrieden.

3. Money, Money, Money

Für die  Flüge musste ich am meisten Geld ausgeben. Sobald ich im Zielland war, brauchte ich nicht mehr viel. Die Kosten für eine Unterkunft sparte ich dank der „Couchsurfing“-App. Dort konnte ich anhand der Bewertungen anderer Reisender einschätzen, wer vertrauenswürdig war. Manchmal schlief ich auch einfach im Freien unter den Sternen. Statt teure Touristenattraktionen zu besuchen ging ich in den Wäldern wandern oder lag den ganzen Tag am See. Oft kochte ich auch gemeinsam mit anderen Reisenden – kostengünstig und gesellig.

4. Riecht gut? Passt! ​

Häufiges Klamottenwaschen ist unterwegs nicht drin. Im Zweifel kurz am Oberteil riechen, um zu entscheiden ob es für die Mitmenschen noch erträglich ist. Nach meiner Erfahrung braucht man auch gar nicht viel Kleidung: Klamotten-Tauschbörsen oder Second-Hand-Läden findet man überall.  Ich hatte zu viele Klamotten dabei, die den Rucksack unnötig schwer gemacht haben. Eigentlich reichen ein Lieblingskleid, drei Hosen und Funktionsunterwäsche. Und nicht nur das geringere Gewicht wird dein Rücken dir danken: Wichtig ist auch ein bequemes Paar Schuhe mit etwas mehr als einem Daumen breit Profil.

Voll bepackt warten: Per App findet Nele spontane Mitfahrgelegenheiten und lernt so viele Leute kennen.

5. Niemals allein ​

Oft habe ich mich mit Menschen aus England, Kanada oder Israel getroffen, um Tagesausflüge zu machen oder abends feiern zu gehen. Mit Facebook-Gruppen wie „Work&Travel: Das-Land-wo-du-hin-möchtest“ und „Land-Reisejahr“ war es leicht, Kontakte zu finden. In der „Couchsurfing“-App bieten außerdem Reisende mit Campervan Mitfahrgelegenheiten an, um Spritkosten zu sparen. So konnte ich längere Strecken zurücklegen, ohne mir Sorgen machen zu müssen, als Tramper nicht mitgenommen zu werden.

6. Zeitig Flüge buchen

Meinen ersten Flug nach Neuseeland buchte ich noch im Reisebüro. Einen persönlichen Ansprechpartner zu haben, gab mir ein gutes und sicheres Gefühl. Mit der Zeit habe ich aber auch die Vorzüge von Online-Buchungen schätzen gelernt. Am Ende buchte ich meine Flüge nur noch selbst. Die meisten Inlandsflüge sind nach meiner Erfahrung am günstigsten, wenn man sie etwa drei bis sieben Wochen im Voraus bucht.

7. Entspann dich ​

Die Liste der Sehenswürdigkeiten in Reiseblogs und -führern ist lang. In Letzteren gibt es auch Zeitangaben für bestimmte Routen – eine nette Zusatzinfo, könnte man meinen. Funktioniert hat es bei mir nie: Immer, wenn ich mir eine Route zurechtgelegt hatte, traf ich auf dem Weg Menschen, die mir viel bessere Tipps gaben. So habe ich unbekannte Orte wie die Natural-Hot-Springs im tiefsten Wald von Kanada entdeckt, eine von der Natur geschaffene heiße Quelle. Ich habe gelernt: Es ist egal, ob du auf Berg X standest oder Insel Y besucht hast und wie schnell du warst. Wichtig ist, dass du dir Zeit genommen hast, deine Reise zu genießen. Inspiriert haben mich auch Gespräche mit Einheimischen. Sie kennen sich aus und haben meist Lust, ihre Heimat zu zeigen – das kann kein Internet-Reiseführer.

Belohnung für die Plackerei: Bei einem Abstecher in die USA leistet sich Nele in Escalante einen Rundflug.

8. Sichere deine Erinnerungen ​

Zum Glück bestand meine Mutter darauf, dass ich meine Fotos erst auf meinem Laptop und dann auf meiner Festplatte speichere und ihr die besten Bilder per WeTransfer schicke. Diese dreifache Sicherung ist praktisch: Selbst wenn eins der Geräte kaputt geht, sind die Bilder nicht weg. Meine Reisebegleitung hatte nur eine Festplatte  – die fiel auf den Steinboden. Übrig blieben nur Erinnerungen und ihre Aufzeichnungen in einem Reisejournal.

9. „Mama, mir geht’s gut“ ​

Jeder zu Hause will wissen, wie es dir geht und was du erlebst. Anstatt den ganzen Tag am Handy zu hängen und jedem Einzelnen zu antworten, lohnt es sich ein Reiseblog zu führen. So sind Freunde, Eltern und Großeltern gleichzeitig informiert und müssen sich keine Sorgen machen. Wenn du mal zwei Monate keinen Eintrag geschafft hast, keine Panik. Das Internet funktioniert meist überall, sogar in Thailand.

10. Arbeiten, um zu reisen ​

Irgendwann ist das Reisegeld ausgegeben. Aber wie kommt man jetzt an einen Job? Hostels haben oft gute Kontakte und wissen, wer Helfer sucht. Egal, ob Zucchini-Plantage oder Café: Gibt es dort keine konkreten Stellenausschreibungen, kannst du dich trotzdem  initiativ vorstellen. Erkläre deinen potenziellen Chefs, warum du dort arbeiten möchtest und wie du nützlich sein könntest. Schlage vor, zur Probe zu arbeiten. Hast du dich einmal beworben, warte nicht wochenlang auf eine Zusage, sondern such’ weiter. Und wenn du plötzlich die Möglichkeit bekommst, dich einer interessanten Reisegruppe anzuschließen, dann nutze diese Chance.

Nele Kolf


Diese Apps erleichtern das Reisen

Checklisten und Impfschutz: Um auf die Reise vorbereitet zu sein, können in der „Fit for Travel“-App Checklisten erstellt werden. Die App schlägt Aspekte von Insektenschutz bis Reiseapotheke vor. Neben Informationen zum Impfschutz gegen Cholera werden auch Notfall-Tipps gegeben: Wie verhält man sich bei giftigen Tieren oder bei einem Badeunfall?

Schlafplatzsuche: ​In mehr als 230 000 Städten bieten Nutzer der „Couchsurfing“-Reise-App Übernachtungsmöglichkeiten an. Um diese nutzen zu können, muss man sich lediglich ein Profil anlegen. Ein Bett für die Nacht ist so fix gefunden.

Flüge buchen: Nicht alle Ziele lassen sich mit dem Auto oder Zug erreichen. Mit „Skyscanner“ bekommt man einen Überblick über die günstigsten Fluganbindungen und kann die Flüge auch per Smartphone buchen.

Über den Autor

Karsten Röhrbein

Karsten leitet die ZiSH-Redaktion der HAZ. Hier im Blog kümmert er sich vor allem um die Koordination, Themenbesprechung und was sonst so anfällt.

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