Advertisement

Select Page

Ein Preis, vier Clubs – Das geht am Wochenende bei der ChézFaustSee-Party

Ein Preis, vier Clubs – Das geht am Wochenende bei der ChézFaustSee-Party

Für alle, die lieber in Linden feiern als am Steintor oder Raschplatz, sind sie die wichtigsten Adressen: Faust, Béi Chéz Heinz, Café Glocksee und Indiego Glocksee. Bei „If the Kiez is United“ machen die vier Clubs am Sonnabend, 30. September, gemeinsame Sache. Im Interview erzählen die Programmverantwortlichen Benni Stolte (Faust), Drecka (Café Glocksee), Louis Galati (Heinz) und Kelly (Indiego) von der ChézFaustSee-Party.


 

Morgen startet zum zweiten Mal eure gemeinsame Party „If the Kiez is United“. Wieso gibt es überhaupt eine Gemeinschaftsparty?

Drecka: Wir haben untereinander oft in den anderen Clubs Party gemacht. So kamen wir auf die Idee. Diesmal gibt es nicht nur Partys, sondern auch Konzerte …

Louis: … und bei uns auch den Poetry-Slammer Andy Strauß.

Klingt ja wie ein Festival für eine Nacht.

Benni: Das ist auch die Idee, dass wir uns gemeinsam darstellen. Ich fand es immer schade, dass die Läden so wenig miteinander gemacht haben. Letztendlich gewinnt oder verliert man zusammen. Wir sind ein Kiez.

Wo würdet ihr euch im Bezug zur innerstädtischen Partyszene verorten?

Louis: Wir sind die Vertreter der alternativen Szene in Hannover, die Innenstadt macht Mainstream.

Benni: Wir wollen die musikalische Alternative sein zur Innenstadt. Das ist aber manchmal schwierig, weil wir eben auch Popmusik machen. Bei uns in der Faust gibt es die Neunziger-Party zweimal im Monat – leider.

Leider?

Benni: Wenn es andere Sachen gäbe, mit denen man eine Großraumdisco füllen könnte, dann würden wir das sofort machen. Wir brauchen die Neunziger-Party einfach, das hat wirtschaftliche Gründe. Das Nachtleben hat sich verändert: Durch Elektro ist es bei einem großen Bereich von Gitarrenmusik schwierig geworden, den Laden voll zu kriegen.

Das Programm im Bei Chez Heinz: Andy Strauß, 18.30 Uhr. Flockenpop, 19 Uhr. Hit it!, 22 Uhr. Le Trouble, 0 Uhr. A 90s Happening, 1 Uhr. Béi Chéz Heinz (Salon): FunkTalk, 23 Uhr. Mucho Møpse, 1 Uhr. Zeppelin, 3 Uhr.

Das Programm im Bei Chez Heinz: Andy Strauß, 18.30 Uhr. Flockenpop, 19 Uhr. Hit it!, 22 Uhr. Le Trouble, 0 Uhr. A 90s Happening, 1 Uhr. Béi Chéz Heinz (Salon): FunkTalk, 23 Uhr. Mucho Møpse, 1 Uhr. Zeppelin, 3 Uhr.

War das vor zehn Jahren anders?

Drecka: Die Jahrgänge sind geburtenschwach und es gibt keine klar abgegrenzte alternative Szene mehr. Es fehlt die Rebellenszene, die auf Nischenmusik steht.

Ist das ein hannoversches Problem?

Drecka: Nee, das ist überall so. Einer unserer Booker lebt in Berlin und da gibt es ähnliche Probleme.

Hat sich Feierngehen grundsätzlich verändert?

Drecka: Ich glaube nicht. Es geht immer noch darum, jemanden kennenzulernen, und um Musik.

Benni: Ja, darum, nicht allein nach Hause zu gehen.

Wie steht es um Belästigungen und Antänzer? Ist Feiern in Hannover unsicherer geworden?

Drecka: Es ist schon ein Anstieg von Belästigungen verzeichnet worden, aber alle Clubs haben entsprechend darauf reagiert.

Louis: Kriminelle finden sich immer – egal, wo sie herkommen.

Benni: Wir haben gemeinsame Hausverbotslisten. Damit wir gleichgeschaltet sind, was Arschlöcher angeht.

Das Programm in der Faust (60er-Jahre-Halle): Neunziger-Party, 21 Uhr. Berlin Boom Orchestra, 1.30 Uhr. Elektronische Klubnacht XXL, 3 Uhr. Faust (Mephisto): Youngblood, 19.30 Uhr. Datscha Kollektiv, 21 Uhr. Boum, Bohème!, 0 Uhr.

Das Programm in der Faust (60er-Jahre-Halle): Neunziger-Party, 21 Uhr. Berlin Boom Orchestra, 1.30 Uhr. Elektronische Klubnacht XXL, 3 Uhr. Faust (Mephisto): Youngblood, 19.30 Uhr. Datscha Kollektiv, 21 Uhr. Boum, Bohème!, 0 Uhr.

Das funktioniert?

Benni: Das Schöne an Hannover ist ja auch, dass es keine Touristenstadt ist. Die Pappenheimer kommen meist wieder.

Wie klappt das überhaupt, einen Club am Laufen zu halten?

Drecka: Schon schwer. Wir zahlen ja auch Löhne aus, aber ein bisschen Herzblut muss da schon dabei sein. Es ist wesentlich schwerer geworden, Leute zu finden, die sich in die Organisation voll reinschmeißen. Man muss halt immer arbeiten, wenn andere Party machen.

Beim Heinz ist es ja noch nicht klar, ob ihr euren Keller behalten könnt. Wo würdet ihr denn gerne hingehen, wenn ihr raus müsst?

Louis: Nirgendwo. Wir wollen dableiben, wo wir sind. Letztendlich sind wir einer der wenigen Clubs, die noch ein Verein sind. Dieser ganze Laden ist in Eigenarbeit geschaffen. Und wir haben ja Pläne vorgestellt, wie alle dableiben können, wo sie sind: ein Kulturzentrum Limmer. Ein Umzug wäre für uns wirtschaftlich nicht möglich.

Könnt ihr alle euch vorstellen, das Problem der Wirtschaftlichkeit mit höheren Eintrittspreisen zu lösen?

Kelly: In erster Linie stehen unsere Läden ja für Bezahlbarkeit. Wir sind schon dafür bekannt, dass man hier günstig reinkommt.

Benni: Ich bin seit zehn Jahren in der Faust, da waren wir noch bei 3 Euro. Jetzt sind es 5 Euro, und 6 Euro werden kommen.

Louis: Das Clubgeschäft ist aber auch sehr schnelllebig: Man hat was, was gut läuft, und in einem Jahr geht da keiner mehr hin. Wir müssen uns halt ständig neu erfinden.

Wie spürt ihr neue Trends auf?

Kelly: Die Besucherzahlen sind aussagekräftig.

Drecka: Die DJs wissen das oft auch, und wir informieren uns natürlich über Zeitschriften über den neusten heißen Scheiß.

Benni: Dabei geht der neue heiße Scheiß in Hannover meist erst fünf Jahre später (lacht).

Kelly: Es gibt gerade auch echt eine Lücke, was Trap angeht.

Benni: Wir hatten letztens eine Trap-Party. Die war super.

Von Kira von der Brelie

Café Glocksee: Barbeque, 20 Uhr. Fuck Art, let’s dance!, 21 Uhr. Kein Rauch ohne Feuer, 22.30 Uhr. Hustle & Soul, 2 Uhr. Bazzmatazz, 4 Uhr. Pump Up Your Volume, 6 Uhr. Indiego: AzudemSK und Lord Folter, 22.30 Uhr. Hip-Hop, 0 Uhr. Yardie-Nite, 2 Uhr. Total System Breakdown, 4 Uhr.

Mehr Infos: www.kulturzentrum-faust.de/veranstaltungen/september/30-09-17-if-the-kiez-is-united

Über den Autor

Kira v. d. Brelie

Kira (25) studiert Germanistik und Philosophie in Hannover. Vielleicht wird sie später Lehrerin, vielleicht aber auch nicht. Bis dahin schreibt sie. Für die Zeitung, für die Uni, mit Mama.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Videos

Lade...

Aktuelle News