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„Der Weltläufer“: Interview und Verlosung zum Open-Air-Theater

„Der Weltläufer“: Interview und Verlosung zum Open-Air-Theater

Das Freilichttheaterstück „Der Weltläufer“ erzählt die Geschichte von Autor Karl May und seinen Figuren. Am Donnerstag, 10. August, feiert „Der Weltläufer“ Premiere im Von-Alten-Garten, Von-Alten- Allee 31. Das Stück von moa-Theater-Leiter Rüdiger Jantzen beginnt um 19.30 Uhr. Die Karten kosten 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. ZiSH verlost Mittwoch bis 16 Uhr auf  www.facebook.com/ZishHAZ dreimal zwei Karten für die Premiere.

Desislava Markova (27) studiert Medien und Musik an der Musikhochschule und spielt im Theaterstück „Der Weltenläufer“ Emma May, eine der Ehefrauen von Karl May, sowie die des Begleiters Hadschi Halef Omar. Im Interview spricht sie über das Ensemble, Polizeieinsätze bei der Probe und natürlich Karl May.

Was ist das moa-Theater?

Die Abkürzung moa steht für Mobiles Open Air. Das Besondere ist nämlich, dass wir keinen festen Spielplatz haben, sondern jedes Jahr woanders unsere Bühne aufbauen. Wir sind ein Nomadentheater. Unsere Requisiten lagern wir in einem kleinen Raum in der Südstadt. Für jede neue Produktion suchen wir uns auch immer Kooperationspartner in der Nähe des Aufführungsorts, wo wir unsere Kostüme, Bühnenteile und Requisite lagern. Seit der Gründung 2001 gab es fast jedes Jahr eine Produktion an unterschiedlichen Orten in Hannover – zum Beispiel am Neuen Rathaus oder beim Sofaloft in der Südstadt.

Ihr spielt unter freiem Himmel. Was macht ihr denn, wenn es regnet?

Wir bauen immer erst alles sehr kurzfristig vor der Premiere auf. Einige Teile müssen abends wieder abgebaut werden, in diesem Jahr zum Beispiel ein Sofa. Wenn es während der Aufführung regnet, verteilen wir kleine Regenjacken im Publikum. Manchmal passt der Regen sogar zur Szene, das hatten wir auch schon (lacht).

Ist beim Theaterspielen schon mal etwas schief gegangen?

Nicht direkt. Aber bei einer Probe für „Der Weltläufer“ im Von-Alten-Garten gab es einen Zwischenfall: Wir haben gerade eine Szene geprobt, in der meine Figur Emma May ihren Ehemann Karl May mit der Scheidung droht – und das mit vorgehaltener Pistole. Ich habe gerade die Pistole, eine Attrappe, gehalten, als plötzlich Polizisten kamen. Normalerweise beobachten uns auch viele Leute beim Theaterspielen und dann ist es klar, dass es eine Theaterprobe ist. Aber genau an diesem Tag war keiner im Park, weil es geregnet hat. Wir haben uns natürlich entschuldigt und erklärt, was wir machen. Ich hab es in dem Moment nicht realisiert, dass ich als gefährlich angesehen werden würde. Seitdem verwenden wir in den Proben nur noch Wasserpistolen. Wir werden bei den Aufführungen keine Waffen benutzen, die gefährlich für die Schauspieler und für das Publikum sind. Die Pistolen knallen zwar, sind aber komplett harmlos.

Wer spielt bei euch mit?

Insgesamt sind wir 14 Leute, die zwischen 20 und 60 Jahre alt sind. Ich finde diese Mischung sehr angenehm. Es gibt Leute, die schon länger Theater spielen und andere, die das erste Mal auf der Bühne stehen. Auch einige Studenten sind dabei: Ich selbst studiere an der Musikhochschule und zwei Politikstudenten unterstützen uns. Wir coachen wir uns gegenseitig: In diesem Jahr hat uns eine Darstellendes-Spiel-Studentin eine Einführung in Theaterkampf gegeben. Das war total super. Einige Studenten haben vorher auch im Ballhof gespielt und sind danach beim moa Theater eingestiegen. Weil wir alles selber organisieren, übernimmt jeder Schauspieler auch noch andere Aufgaben – je nach Interesse. Ich mache Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, und andere kümmern sich um Kostüme oder Maske. Das Know-how der vorherigen Produktionen wird dann einfach weitergegeben. Das ist neben dem Studium schon sehr viel, aber es ist ein positiver Stress.

Worum geht es in eurem aktuellen Stück?

In „Der Weltläufer“ geht es um das Leben von Karl May, der behauptet hat, dass er selbst im Wilden Westen war und alles erlebt hat, was er geschrieben hat. Als die Presse damals erfahren hat, dass das gar nicht stimmt, wurde er Gegenstand von Gerichtsverfahren. In dem Stück fließen sowohl das reale Leben von Karl May als auch die fiktiven Figuren ineinander. Der Wilde Westen kommt sozusagen ins Wohnzimmer von Karl May. Ich finde es sehr interessant, weil wir ja eigentlich nicht mehr die Karl-May-Generation sind: Mein Opa hat mir immer gesagt „Das muss man gelesen haben“ und zu Hause standen die Bücherregale voll. Das habe ich aber nicht gemacht. Jetzt finde ich Karl May natürlich schon spannend.

Interview: Kira von der Brelie

Weitere Infos zum moa-Theater gibt es unter www.moatheater.de

Weitere Vorstellungen sind am 11.,12.,13.,16. und 18. August 2017 (Zum Facebookevent).

 

 

Über den Autor

Kira v. d. Brelie

Kira (25) studiert Germanistik und Philosophie in Hannover. Vielleicht wird sie später Lehrerin, vielleicht aber auch nicht. Bis dahin schreibt sie. Für die Zeitung, für die Uni, mit Mama.

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