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Diese schrägen Studententypen findet ihr in jeder Bibliothek

Diese schrägen Studententypen findet ihr in jeder Bibliothek
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Die Prüfungszeit hat begonnen und in der Bibliothek tummeln sich Studenten. Vom Dauer-Snapper bis zur Schlafmütze – ZiSH stellt die skurrilsten Typen vor.

Hochstapler am Bücherregal

Hoch konzentriert und mit enormer Sorgfalt drapiert er die Bücher und das Macbook auf seinem Bib-Platz. Stimmt das Licht? Kommen die Farben gut zur Geltung? Passt der Hintergrund? Während die anderen fleißig in der Bib lernen, macht sich der Snapper nur um eins Gedanken: Wie kommen hier die besten Fotos für Snapchat und Instagram zustande? Schließlich müssen alle Follower erfahren, wie vertieft er gerade in seine Bücher ist.

Seine Faustregel: Je komplexer die Buchtitel, desto schlauer der Leser. Wenn die Motive des Lernplatzes dann aber doch irgendwann ausgeschöpft sind, muss auf jeden Fall noch ein Selfie geknippst werden. Also heißt es Hornbrille aufsetzen, frech grinsen und einen in Bücher vertieften Kommilitonen im Hintergrund ablichten. #lernen

Nina Hoffmann

Wer zuerst kommt, liest zuerst

Der Büchersammler ist ein Einsiedler. Sobald Literatur für anstehende Klausuren oder Hausarbeiten feststeht, scharrt er mit dem Hufen und steht mit dem Sonnenaufgang vor den Toren der Bibliothek. Er huscht verstohlen durch die Gänge. Seine Augen zucken wirr, so groß ist die Angst, dass jemand ihm die seltene Fachliteratur wegschnappen könnte.

Der Sammler sucht sich einen Platz, schwer bepackt mit seiner überlebenswichtigen Kost. Hinter den Büchertürmen verschwindet er ohne aufzublicken. Ein paar Bücher aus dem Stapel werden ungelesen bleiben, womöglich fehlen sie anderen beim Lernen. Andere nimmt er mit nach Hause, bis das erste Mahnschreiben eintrudelt. Egal, denkt sich der Büchersammler: Hauptsache haben – brauchen ist nebensächlich.

Tamy Beyeler

Jetzt halt doch mal die Luft an!

Mit teuflischen Blicken auf jeden, der es noch wagt, neben ihm zu atmen, macht sich der Sensible erkenntlich. Ob Papierrascheln, das Tippen auf dem Laptop oder das Umblättern von Bücherseiten – ihn bringt einfach alles aus der Ruhe. Haben seine Kommilitonen Glück, guckt er nur mit hochrotem Kopf halblinks über die Schulter und fixiert sie wutentbrannt, sobald sie es wagen, kurz leise miteinander flüstern.

In anderen Fällen zischt er seine Sitznachbarn an, dass er ihretwegen bereits zum dritten Mal den selben Absatz lesen muss. Am besten halten alle die Luft an, die neben ihm in der Bibliothek sitzen – denn auch durch seine Ohrenstöpsel hindurch, mit denen er stets ausgerüstet ist, könnte er noch die Atemzüge seiner Nachbarn hören.

Leandra-Kristin Morich

Ein Albtraum für die Sinne

In der Bib zu arbeiten, ist der einfachste Job der Welt – könnte man meinen. Bücher annehmen, für Ruhe sorgen und das war’s schon. Wäre da nicht die Nervensäge. Die lebt das Dalai-Lama-Zitat „Lerne die Regeln, damit du sie brechen kannst“ in der Bibliothek voll aus: Sie schmuggelt mit Leberwurst beschmierte Graubrote, übel riechende Kannen mit Instant-Kaffee und schlecht isolierte Kopfhörer mit. Drei der fünf menschlichen Sinne der anderen Bib-Besucher erleiden dabei schwere Irritationen.

Vollendet wird das Horrorszenario, wenn zwei Nervensägen aufeinandertreffen: An den umliegenden Tischen schießt der Puls in die Höhe, Halsschlagadern schwellen vor Wut an. Und alle hoffen auf die Intervention eines Bib-Angestellten. Der hat jetzt den wohl schwersten Job der Welt.

Manuel Behrens

Morgens immer müde

Die Schlafmütze ist in der Bibliothek nicht so leicht zu finden. Das liegt daran, dass sie sehr lärm- und lichtempfindlich ist und sich deshalb in eine ruhige, am besten dunkle Ecke in der Bibliothek verkriecht. Kriegt man doch mal eine zu Gesicht, ist sie an ihren Hauptmerkmalen zu erkennen: tiefe Augenringe, blasses Gesicht und lautes Gähnen.

Umgeben von unzähligen Lernzetteln und Bücherstapeln versucht sie zu lernen. Träge am Laptop tippend kann es schon mal passieren, dass sie in einen Sekundenschlaf verfällt und ihr Kopf kurz nach unten fällt. Wenn die Schlafmütze nämlich lernt, dann nur auf den letzten Drücker – dafür dann ohne Pause. Wer also zu laut redet und aus einer versteckten Ecke ein genervtes „Psssst!“ hört, hat sie aufgeschreckt.

Leonie Frank

Lange Nächte und viel Kaffee

Nur ein Geräusch durchbricht die nächtliche Stille in der Bibliothek. Es sind die hektischen Tastaturanschläge des Verzweifelten, die seine verbliebenen Tischnachbarn aus der Ruhe bringen. Mit zerrauften Haaren und panischem Gesichtsausdruck versucht er, den Inhalt der letzten drei Monate in einer Nacht aufzuholen. „Verdammt, ist die Abgabefrist für die Hausarbeit wirklich schon morgen Abend?“, fragt er sich immer wieder ungläubig. Egal, da muss er jetzt durch.

Der Verzweifelte hat es schon aufgegeben, zu Hause zu lernen. Viel zu sehr lenken ihn sein Computer, Netflix und die Spülmaschine (könnte man ja mal wieder einräumen) ab. In der Bib ist er frei von jeglicher Ablenkung und schwört sich jedes Mal: So weit lässt er es bestimmt nie wieder kommen.

Leandra-Kristin Morich

Ordnung ist das halbe Lesen

Während die Bib aus allen Nähten platzt und sich die Studenten an den Tischen eng zusammenzwängen, gibt es eine Person, die nichts von alldem zu bemerken scheint: die Chaotin. Gut drei Sitzplätze blockiert sie mit ihren Sachen. Von Büchern über bekritzelte Zettel bis zu wild verteilten Stiften liegt alles quer vor ihr ausgebreitet. Erst wenn sie gefragt wird, ob einer der Plätze neben ihr noch frei sei, scheint die Chaotin ihre Unordnung zu bemerken.

Zettel und Bücher werden dann hektisch zu einem großen Haufen zusammengeschoben. Doch dann fällt ihr auf, dass sie ihre wichtigen Notizen nicht mehr finden kann. Im Verlauf der anschließenden Suchaktion werden dann zum Missfallen der Sitznachbarn die Sachen wieder wild über alle Plätze verteilt.

Nina Hoffmann

Erst mal frische Luft schnappen

Schon am Morgen hat er sein Revier markiert: Bücher, Blöcke und eine Jacke über der Stuhllehne zeigen, dass der Platz belegt ist – nur von dem Abwesenden selbst fehlt jede Spur. Kehrt er von der Raucherpause zurück, sitzt er zwei Minuten an seinem Handy und springt wieder auf: Zeit für einen Toilettengang. Seine Sitznachbarn stört er nicht, denn er ist ja nie da.

Den Abwesenden sieht man überall auf dem Campus – nur nicht an seinem Sitzplatz. Er plaudert mit Bekannten auf den Gängen und macht ausgiebige Mittagspausen. Dabei kehrt er gerade so oft zurück, dass sich niemand traut, seine Sachen beiseitezuräumen. Er kommt morgens als einer der Ersten und geht abends als einer der Letzten – allerdings eher für das gute Gewissen als für den Lernstoff.

Klara Aline Stolz

Über den Autor

ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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