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Diese Studenten machen es vor – so bekommt ihr ein Stipendium

Diese Studenten machen es vor – so bekommt ihr ein Stipendium

Diese Seiten helfen bei der Stipendiensuche

MyStipendium.de bezeichnet sich selbst als Deutschlands größtes Stipendien-Portal. Wer sich hier registriert, füllt zuerst einen Fragebogen aus: Neben den Personalien und Daten zum Studium werden auch die Berufe der Eltern, die eigene Bedürftigkeit und das gesellschaftliche Engagement abgefragt. Danach zeigt einem das Portal Stipendien, die besonders gut zu den persönlichen Angaben passen. Rund 610 Millionen Euro sind die bei MyStipendium gelisteten Stipendien insgesamt wert – allerdings nimmt das Portal auch Studienkredite und Prämien für Girokonten in den Katalog auf. Um sich über die vielen Angebote zu informieren, ist es trotzdem sehr nützlich.

Das Portal e-fellows.net ist eine Mischung aus Studienratgeber, Karrierenetzwerk und Mini-Stipendium. Die Bewerbung wird online auf der Website eingereicht. Bevorzugt werden Studenten der Ingenieur-, Natur-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Die Stipendiaten haben unter anderem Zugriff auf Fernbusgutscheine, Recherchedatenbanken, Kontakte zu über 170 Unternehmen und 200 Mentoren. Aber auch, wer als Stipendiat abgelehnt wurde, kann einen zum Studienfach passenden Newsletter mit Jobangeboten bekommen.

Sarah Franke

Leistung, Initiative und 
Verantwortung sind das Motto

Marco Albers ist der klassische Stipendiat: Er ist 20 Jahre alt und hatte einen Einser-Schnitt im Abi. Wegen der guten Noten und seines wissenschaftlichen Interesses, das über das Biochemie-Studium hinausgeht, wird er von der Studienstiftung des Deutschen Volkes mit 300 Euro im Monat gefördert. Seine Schule schlug ihn kurz vor dem Abi dafür vor.
In seiner Freizeit liest er Bücher über antike Geschichte und Politik – und diskutiert jede Woche im Debattierclub über gesellschaftspolitische Themen, wie zum Beispiel den Umgang mit Alkohol. Einen Forschungswettbewerb gewann er mit dem Aufsatz „Frühneuzeitliche Seuchenbekämpfung im 18. Jahrhundert“. Was für andere nach Anstrengung klingt, ist für Marco ein Ausgleich zur Uni.

Er ist inzwischen Sprecher des Debattierclubs und Hochschulsprecher der Studienstiftung für den Standort Hannover. Das Motto der Stiftung lautet Leistung, Initiative und Verantwortung – drei Worte, die Marcos Alltag gut beschreiben.
An der Studienstiftung schätzt er das breite Programm. Er besucht Seminare über Brecht oder mal ein Institut für Tropenmedizin. Etwas über andere wissenschaftliche Bereiche erfahren zu wollen, das verbindet Stipendiaten der Studienstiftung.

Tamy Beyeler

Persönlichkeit ist wichtiger
 als gute Abi-Noten

Medizinstudent Frederik Schlottmann ist nicht wegen seiner herausragenden Noten Stipendiat der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (SDW). Nach dem Abi musste er ein Jahr auf seinen Studienplatz warten, weil der Noten-schnitt nicht reichte. Der SDW geht es stattdessen um Persönlichkeit. Entsprechend bunt gemischt seien die Stipendiaten, sagt Frederik. Der 25-Jährige singt im Chor der MHH, läuft Marathon und arbeitet als Hiwi im Forschungslabor. Dort promoviert er auch: Er entwickelt ein Sehnenimplantat auf Basis von Spinnenseidenfäden. Von der Stiftung bekommt er 300 Euro pro Monat.

Besonders schätzt er aber das breite Weiterbildungsangebot – so besuchte er etwa einen Kurs zu Sicherheitspolitik. Damit hätte er sich sonst wohl nie auseinandergesetzt. „Die Seminare geben unglaublich gute Denkanstöße“, meint Frederik.

Tamy Beyeler

Politisches Engagement zählt – auch ohne Parteibuch

Als Kimberly Haarstik begann, sich für Politik zu interessieren, war sie 16. Die SPD hatte sich gerade für die Abschaffung der Studiengebühren eingesetzt, das war ihr sympathisch. „Sonst würde das Geld zum Studieren nicht reichen“, sagte sie sich und trat in die Partei ein. Heute ist die 20-Jährige Stipendiatin der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Pro Monat bekommt sie 300 Euro Büchergeld.

Wie bei den meisten anderen parteinahen Stiftungen – Konrad-Adenauer-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung oder Friedrich-Naumann-Stiftung etwa – ist es keine Pflicht, Parteimitglied zu sein, um ein Stipendium zu bekommen. „Ich kenne auch Stipendiaten, die bei den Grünen sind“, sagt Kimberly. Wichtig sei, dass man hinter den sozialdemokratischen Werten stehe. In Bewerbungsgesprächen musste sie zeigen, dass sie sich in ihren Studienfächern Politik und Englisch auskennt. Auch Fragen zur Flüchtlingspolitik gehörten dazu.

Politisches Engagement ist ihr wichtig: Bei den Uni-Wahlen wurde Kimberly in den Senat der Leibniz-Uni gewählt. Aus Interesse ging sie zu den Treffen der SPD-Hochschulgruppe. „Und plötzlich stand ich doch auf der Liste.“ Sie will sich jetzt gegen Stellenabbau in der Lehre einsetzen.

Theresa Kruse

Gewerkschaften helfen
beim Sprung an die Uni

Seitdem Elke Krämer ein Stipendium hat, hat sie keine Angst mehr vor Notendruck. Den habe ihr das Bafög-Amt bislang immer gemacht, indem es ständig Leistungsnachweise forderte. Die Medizinstudentin hat bei der Hans-Böckler-Stiftung (HBS), von der sie gefördert wird, einen Vertrauensdozenten, mit dem sie über ihre Noten reden kann.

Die HBS ist eine gewerkschaftsnahe Stiftung. Daher haben viele Stipendiaten bereits Arbeitserfahrung. Auch Elke hatte sich bereits in ihrer Ausbildung zur Krankenschwester in der Gewerkschaft Verdi engagiert. Gewerkschaftsmitglied zu sein ist jedoch keine Voraussetzung, um gefördert zu werden. Entschieden wird nach Auswahlgesprächen und gesellschaftlichem Engagement. Die Gespräche werden auch oft von Stipendiaten geführt. Das schätzt Elke: „Es ist toll, dass wir so viel Mitspracherecht haben“, sagt sie.

300 Euro Büchergeld plus 650 Euro Unterstützung bekommt Elke von der Stiftung pro Monat – das ist der Höchstsatz. Durch regelmäßige Treffen und Seminare hat sie viele nette Leute kennengelernt. Im Sommer fliegt sie mit der Stiftung nach Lesbos. „Wir sind wie eine Familie“, sagt sie.

Elena Everding

Ein Stipendium, dass zum Studium passt

Keine Probezeit und kein Einserschnitt – die Bedingungen für ein Stipendium des Evangelischen Studien-Werks Villigst überzeugten Jenny Plate sofort. Die Studentin der Religionspädagogik und sozialen Arbeit engagiert sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich: Seit ihrem Konfirmandenunterricht in ihrer Heimatstadt Stade, begleitet sie Kirchen-Freizeiten. Aber auch bei Ausflüge der Lebenshilfe ist sie dabei. Ihren Bundesfreiwilligendienst hat die 21-Jährige beim Deutschen Roten Kreuz gemacht. „Mir ist es wichtig, auch mal was anderes zu sehen, als die Kirche“, sagt sie. Kirchliches Engagement ist erwünscht, aber kein Muss für einen Stipendienplatz. Wichtig ist dagegen das soziale Engagement – ob kirchlich oder nicht.

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt nach einem dreistufigen Bewerbungsverfahren. Einem guten Motivationsschreiben folgen Auswahlgespräche, Gruppenarbeiten und Diskussionen zu aktuellen Themen. 300 Euro Büchergeld bekommt Jenny. Das reicht nicht ganz, um auf eigenen Füßen zu stehen. Deswegen arbeitet sie nebenbei noch als studentische Hilfskraft. Bis zu 450 Euro darf sie sich dazuverdienen. „So bin ich von meinen Eltern finanziell unabhängig, das ist mir sehr wichtig“, sagt Jenny

Elena Everding

Über den Autor

ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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