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Diese ungewöhnlichen Sportarten kannst du an der Uni ausprobieren

Diese ungewöhnlichen Sportarten kannst du an der Uni ausprobieren

Baba Ex: Regeln sind nicht so wichtig

Beim Baba Ex verteilt ZiSH-Autorin Laura Baumbach einige Körbe. Foto: Samantha Franson

Zwei Meter große Männer rennen auf mich zu. Ich bin überfordert und reiße die Arme hoch. Meinen Gegnern den Ball abzunehmen, das schaffe ich vorerst nicht. Beim Baba Ex, das ist die Kurzform für Basketball experimentell, macht das aber nichts. Es gelten zwar die Regeln vom regulären Basketball, wichtiger ist aber, dass alle Spaß beim Spielen haben. „Wenn mal jemand über die Linie tritt, macht das nichts. Wir achten nicht so strikt auf die Regeln“, sagt Trainer Simon Müller (28). Bevor wir richtig mit dem Spielen anfangen, wärmen wir uns erst einmal mit Dehnen und Sprinten auf – schließlich soll sich keiner verletzen.

Danach teilt Simon die 20 Spieler in vier Gruppen ein. Gelegentlich fühle ich mich als Kleinste auf dem Feld hilflos und weiß nicht so richtig, was ich machen soll. Basketball habe ich sonst nur mit meinen Freunden gespielt. Doch mit der Hilfe meiner Teamkollegen komme ich schnell rein: Sie geben mir immer wieder Tipps, wie ich am besten decke, die Arme halten soll und den Ball fange. Wenn ich ihn habe, werfe ich ihn aber gleich weiter – Dribbeln traue ich mir noch nicht zu. Immerhin: Dass eine Horde großer Männer auf mich zurennt, überfordert mich bald nicht mehr.

Laura Baumbach

Tricking: Mal richtig zutreten

Fast wie Chuck Norris: Tom beim Tricking. Foto: Villegas

Die Pirouette sitzt – und hoch das Bein. Mist, schon wieder nicht hoch genug. Klingt ein wenig nach Volkstanz, dabei versuche ich mich an anstrengender Akrobatik, dem Tricking. Dabei geht es um spektakuläre Stunts oder Lufttritte wie den Hook Kick, der mir einfach nicht gelingen will. Langsam zeigt mir Tricking-Trainer Alex 
Kreckowezki noch mal den Bewegungsablauf. Beim dritten Versuch klappt es. Endlich. Die anderen Teilnehmer des Hochschulsportkurses jubeln und klatschen. Das Anfeuern und Pushen ist unter professionellen Trickern üblich, die in Shows alleine oder zu zweit ihre Moves zeigen. In den Wettbewerben ist alles Sehenswerte erlaubt, was von Akrobatik bis zu Breakdance reicht.

Staunend beobachte ich die anderen Tricker: Sie schlagen doppelte Salti und Schrauben blitzschnell nacheinander, wirbeln durch die Luft – ohne dass ihnen dabei schwindelig wird. Zu hoch für mich: Ungelenkig wie ich bin, konnte ich zu meiner Schulzeit gerade so die Rolle rückwärts. Und so geht Alex, der genauso wie alle anderen in lässige Trainingsklamotten gekleidet ist, mit mir lieber Übungen aus dem Kinderturnen durch wie Rad oder Kopfstand. Die Trainingseinheit wird von Hip-Hop, Metal und epischer Hans-Zimmer-Filmmusik begleitet. Zum Schluss schauen wir uns die Stunts an, die wir mit einer GoPro aufgezeichnet haben. Vielleicht landet ja wieder ein Video von einem Trick auf Youtube. Dadurch ist der US-Sport nämlich überhaupt erst populär geworden.

Tom Solbrig

Total Barre: Von wegen Tutu

Wie eine Ballerina hat sich Autorin Sarah Mussil (rechts) zu Beginn gefühlt. Foto Katrin Kutter

Noch ein Stückchen weiter runter“, ruft Übungsleiterin Ina Grizelj. „Nicht einen Zentimeter“, denke ich, die Beine schmerzen. Trotzdem gehe ich noch etwas tiefer in die Knie. Beim Sportkurs Total Barre übe ich mich mit acht anderen Studentinnen in einer Mischung aus Ballett und Pilates. Das hörte sich für mich zuerst nicht sehr anstrengend an, aber rosa Tutus haben hier nichts verloren. Statt Bach dröhnt Shakira aus den Boxen. Während ich mich am Anfang neben der Ballettstange noch wie eine echte Ballerina fühle, verfluche ich kurz darauf den anstrengenden Sport.

Immer auf den Zehenspitzen stehen, dazu Kniebeugen, Positionen aus dem Ballett und wippende Bewegungen, damit die Muskeln richtig schön brennen. Auch Po und Bauchmuskeln kommen nicht zu kurz. Selbst während der Hantelübungen für die Arme sind die Knie gebeugt. Nach einer Stunde fühlen sich meine Beine an wie Wackelpudding, und ich bereue, dass ich mit dem Fahrrad gekommen bin.

Sarah Mussil

Grappling: Nichts für Einzelkinder

Anna Neela wird ganz schön in die Mangel genommen. Foto: Franson

Ein bisschen erinnert es mich an die Kämpfe, die mein Bruder und ich früher ausgetragen haben, nur professioneller. Grappling ist ein Kampfsport, ganz ohne Schläge und Tritte. Trainer Sercan Kozaci macht’s vor: Mit dem Gegner wälzt er sich am Boden, zeigt verschiedene Handgriffe. Ziel ist, dass der andere sich nicht mehr bewegen kann und aufgibt. Wie sich das anfühlt, merke ich, als mich jemand in den Schwitzkasten nimmt.

Doch nach einer Stunde erscheint mir diese Lage nicht mehr so aussichtslos. Zweimal schaffe ich es selbst, den Gegner in den Schwitzkasten zu nehmen. Und der ist locker anderthalb Köpfe größer als ich. Dass dieser „Gegner“ mir jeden Handgriff genau diktiert hat, mindert das Erfolgsgefühl nicht. Jetzt knöpfe ich mir meinen Bruder vor.

Anna Neela Urban

So geht 
Hochschulsport

Über 600 Kurse in über 100 Sportarten gibt es beim Hochschulsport Hannover. Studenten wählen zwischen der FitCard Bronze (kostenlos), Silber (7 Euro pro Monat) und Gold (9 Euro pro Monat). Je teurer die Fitcard ist, desto mehr Kurse können belegt werden. Das gilt für Studis von Leibniz-Uni, HMTMH, MHH, TiHo, FHDW und der Leibniz-FH. Externe oder Nicht-Studis müssen eine FitCard Silber (22 Euro pro Monat) oder Gold (28 Euro) kaufen). Am 21. Oktober können alle Angebote auf dem Sport-Campus, Am Moritzwinkel 6, von 11 bis 17 Uhr kostenlos ausprobiert werden. Mehr Infos unter: hochschulsport-hannover.de

Wir haben noch mehr Uni-Sportarten ausprobiert. Kanupolo, Poweryoga, 
Orientierungslauf, Volleyball, Trampolin und Kickboxen – unsere Erfahrungsberichte könnt ihr hier nachlesen.

Über den Autor

Karsten Röhrbein

Karsten leitet die ZiSH-Redaktion der HAZ. Hier im Blog kümmert er sich vor allem um die Koordination, Themenbesprechung und was sonst so anfällt.

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