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Romano über Copyshops: „Ich sollte Sexfotos für ein Pärchen ausdrucken“

Romano über Copyshops: „Ich sollte Sexfotos für ein Pärchen ausdrucken“

Romano (39) heißt eigentlich Roman Geike und wurde mit der Elektro-Schlager-Metal-Trash-Platte „Jenseits von Köpenick“ 2015 bekannt. Sein neues Album heißt „Copyshop“. Im Interview spricht er über seine Platte und skurrile Erlebnisse im Copyshop.

Romano, deine erste Single heißt wie das Album: „Copyshop“. Es geht um die philosophische Frage, was in einer Welt voller Kopien überhaupt noch das Original zählt. Und du zählst Druckaufträge auf – von DVD-Covern über Tabledance-Flyer bis zu falschen Pässen. Basiert der Song auch auf deinen Erlebnissen in Copyshops?

Ja, ich hab ja in Berlin Mediengestalter gelernt, war in einer Druckerei mit mehreren Filialen und hab insgesamt acht Jahre lang in Copyshops zugebracht.

Und was war das krasseste Erlebnis?

In Copyshops kommt ja ein Querschnitt der Gesellschaft: vom Professor bis zur reichen Russin im Pelzmantel, Leute, die ungefragt Drehbücher für Dustin Hoffman schreiben, und Typen, die ein, zwei Seiten kopieren, nur um mal wieder etwas Gesellschaft zu haben. Einmal kam um 8 Uhr morgens ein Pärchen zu mir, das wollte Sexfotos ausdrucken – für die VHS-Hülle mit dem selbst gedrehten Video. Da brauchst du keinen Kaffee, da bist du schlagartig wach.

Du mischst in deinen Songs Metal, Elektro, Sprechgesang und Schlager. Warst du als Teenager eigentlich auch schon so tolerant, was Musikstile angeht?

Auf meinem ersten 15-Mark-Walkman hab ich Hip-Hop gehört, im Radio liefen die Puhdys und durch einen Kumpel, der DJ wurde, bin ich mit der Ostberliner Techno-Szene in Kontakt gekommen, war später im Tresor und auf der Loveparade. Ich bin wie ein staunendes Kind, das nicht verurteilt, sondern sich freut.

Ist das auch die Botschaft deines Albums – dass man offen bleiben soll?

Wenn ich in der Politik was zu sagen hätte, würde ich verfügen, dass sich jeder mal fünf Minuten mit einem wildfremden Menschen unterhalten muss – damit man merkt, dass das Gegenüber nichts Böses vorhat, auch wenn es ganz anders drauf ist als man selbst.

Interview von Karsten Röhrbein

Romano live: Am 12. November im Musikzentrum Hannover. Tickets für 21,60 Euro an allen HAZ-Ticketshops.

Über den Autor

Karsten Röhrbein

Karsten leitet die ZiSH-Redaktion der HAZ. Hier im Blog kümmert er sich vor allem um die Koordination, Themenbesprechung und was sonst so anfällt.

1 Kommentar

  1. Müsst Ihr wirklich über so eklige Typen berichten?!?

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