Advertisement

Select Page

Modell Bianka im Interview: Punkrock mit Herz

Modell Bianka im Interview: Punkrock mit Herz

Seit Anfang 2017 machen die vier Indiepunks Niklas, Sven, Lukas und Simon gemeinsam als Modell Bianka Musik. Im Interview erzählen die Studenten, wie der Start in Hannover lief, wie sie auf den ungewöhnlichen Bandnamen gekommen sind und was sie in Zukunft vorhaben.


Niklas, ihr nennt eure Musik „Lovepunk“ – was meint ihr damit?

Beim Punk hat man immer so eine klassische Vorstellung. Wir würden uns nicht dem Punk an sich zuschreiben und auch nicht dem Indie. Deswegen haben wir es „Lovepunk“ genannt, weil wir leichte Emo-Einflüsse mit drin haben und uns irgendwie aber doch als Punkrock-Musiker sehen: Es ist nicht alles so perfekt, aber es steckt sehr viel Herz drin.

Hannover ist ja die Geburtsstadt der Chaostage. Wie sieht das heute aus, kann Hannover noch Punk?

Also, in Hannover haben wir schon noch ein paar alte Punkbands. Zum Beispiel die Abstürzende Brieftauben, die gibt’s ja jetzt auch wieder. Und noch ein paar andere, Systemfehler und sowas. Hannover kann noch Punk, auch den klassischen.

Welche Themen sind euch wichtig, was wollt ihr mit euren Texten rüberbringen?

Wir beschäftigen uns viel mit Themen wie Konsum. Aber auch allgemeinere Fragen. Warum sind die Dinge eigentlich so, wie sie sind? Und will ich, dass sie anders werden? Weil wir ja alle immer nur am Jammern sind. Das beste Beispiel ist: Alle jammern, dass sie keine Zeit haben. Dabei ist Zeit doch das, was am gerechtesten in der Welt verteilt ist, weil jeder 24 Stunden am Tag hat. Es ist eigentlich eine Frage der Prioritätensetzung. Mit solchen Themen beschäftigen wir uns. Aber wir sind auch noch relativ jung. Uns gibt es ja erst seit anderthalb Jahren, wir sind auch noch in einer Findungsphase.

Wie lief denn euer Start in das Bandleben?

Am Anfang ist es wichtig, dass man denselben Plan hat. Unser gemeinsames Ziel ist es, als Band mit der Musik ein bisschen durch die Republik reisen zu können, ein paar andere Städte zu sehen und einfach die Musik als Verbindung zu nehmen.

Gab es anfangs auch Schwierigkeiten?

Das ist natürlich so eine Sache in Hannover: Du musst erst mal einen Proberaum finden. Wir sind alle Studenten, wir haben alle nicht groß Asche. Und dann fängt man an, sich Equipment zu besorgen, damit der Sound halt auch gut wird. Es sind schon auch ein paar Risiken dabei. Aber wenn man das Gefühl hat, dass man ein Team ist, dann klappt das schon. Wir sind immer noch im selben Übungsraum wie ganz am Anfang, aber er ist nicht mehr so kalt und wir haben ihn inzwischen ganz gemütlich eingerichtet.

Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Mit Simon, unserem anderen Gitarristen, habe ich mal zusammen Maschinenbau studiert. Wir haben uns aber über die Musikersuche bei rockszene.de kennengelernt. Ich nenne das gerne das lokale Flirtportal für Musiker in Hannover. Simon hatte mit unserem Drummer schon eine Akustikband, die haben sich auch darüber gefunden. Joa, und dann ist uns irgendwie Sven noch über den Weg gelaufen. Bassisten gibt’s fast gar nicht in Hannover, und dann haben wir gesagt: Gut, nehmen wir den.

Euer Bandname ist Modell Bianka – genauso heißt auch ein deutscher Film, eine Komödie über sozialistischen Wettbewerb. Wie seid ihr auf diesen Namen gekommen?

Erst mal war es wichtig, dass es den Namen nicht schon tausendmal gibt, wenn man den bei Google eingibt. Wir haben uns den Film mal angeguckt und gedacht, ein paar Züge daraus sind schon interessant für uns. Mit der Gemeinschaft kann man mehr erreichen als allein, das ist die Quintessenz aus dem Film.

Gerade seid im Studio und nehmt Songs auf. Wann kann man damit rechnen?

Auf jeden Fall in diesem Jahr noch. Wir wissen noch nicht, wie viele es werden. Es könnte einer werden, es könnten vier werden. Das ist das erste Mal, dass wir richtig im Studio sind. Vorher haben wir DIY-mäßig alles selbst aufgenommen.

Wie geht’s ansonsten für euch weiter?

Wir werden jetzt den Sommer über ein paar Konzerte spielen. Simon und ich sind außerdem auf Akustiktour, werden uns dann die Akustikgitarren umschnallen, um einfach noch ein bisschen mehr Bandbreite zu bieten. Im Herbst ist dann eine kleine Tour geplant.

Nächster Gig in Hannover: Nächster Gig in Hannover:  Bei der Herri Musiknacht am Freitag, 8. Juni, treten Modell Bianka im Café Glocksee, Glockseestraße 35, auf. Los geht es um 21 Uhr. Eintritt 12 Euro.

Über den Autor

Johanna Stein

Johanna (21) hat Journalistik in Hannover studiert. Viel lieber als öde Hausarbeiten schreibt sie das, was nah an den Menschen dran ist - Porträts, Reportagen, Glossen oder auch Berichte über die Straßenausbaubeitragssatzung. Keine Sorge, davon bleibt ihr hier aber verschont.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Videos

Lade...

Aktuelle News