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So verbringen Jugendliche auf der ganzen Welt ihre Ferien

So verbringen Jugendliche auf der ganzen Welt ihre Ferien

Lernen in chinesischen Sommercamps, segen in Grönland und Surfen direkt vor der karibischen Haustür: So unterschiedlich verbringen Schüler und Studenten auf der ganzen Welt ihre Ferien.


Tourguide auf dem Eismeer vor Grönland

Badeurlaub am Strand kennt der 19-jährige Peter Olsen kaum. Die isolierte Lage seines Heimatlandes Grönland macht Flugreisen in weit entfernte Länder teuer und umständlich.
Weit zu reisen, um in anderen Ländern die Nacht zum Tag zu machen, hat Peter aber gar nicht nötig: Die Mitternachtssonne lässt die Tage im Sommer auf Grönland ohnehin nicht enden.

Sogar grönländische Stadtkinder fahren hinaus zu abgelegenen Küsten, um Robben oder Vögel zu jagen und bis morgens um sechs durch die taghelle Nacht zu segeln. Segelboote eignen sich in Grönland auch für den Familienurlaub: Peters Eltern besitzen wie viele Familien eine Sommerhütte an der Küste, zu der sie in seiner Kindheit jeden Sommer hingesegelt sind.

Mag es auch im Urlaub eisig: Peter Olsen.

Mag es auch im Urlaub eisig: Peter Olsen.

Statt im All-inclusive-Hotel verbringt die Familie ihre Ferien weit ab von der Zivilisation. „Eigentlich gibt es dort gar nichts, auch keine Elektrizität“, sagt Peter. „Nur Natur.“
Seit Kurzem hat der 19-Jährige allerdings die Ruhe gegen einen trubeligen Ferienjob getauscht. Peter arbeitet als Fremdenführer für Touristengruppen.

Um die internationalen Gäste zu unterhalten, sprangen Peter und ein Freund vergangenen Sommer bei einer Bootstour sogar von Bord – ins eiskalte Meer. Für grönländische Verhältnisse kommt das einem Badeurlaub immerhin recht nah.

Isa Johanna Begemann

Roadtrip durch die USA

In einem so großen Land wie den USA sind Inlandsflüge etwas Alltägliches. Student Robbie Holub erkundet sein Heimatland allerdings lieber mit dem Auto. Zeit dafür hat er allemal: Seine College-Sommerferien haben schon Mitte Mai begonnen, das nächste Umweltwissenschaften-Semester startet erst im August. Von Connecticut an der nördlichen Ostküste ist er schnell in Kanada, dort erkundet er gerne die Wildnis und wandert durch die Wälder.

Wenn Robbie dagegen Lust auf einen Kurztrip in eine Metropole hat, erreicht er auch New York schnell mit seinem alten Honda. Dort hängt er in einem der vielen Parks ab oder nimmt eine Fähre über den Hudson River, um die Freiheitsstatue anzuschauen.

Reisefreudig: Robbie Holub erkundet in den Semesterferien die USA.

Reisefreudig: Robbie Holub (links) erkundet in den Semesterferien die USA.

Vor Kurzem war er mit dem Flieger in Seattle, um Freunde zu besuchen und zu wandern. Als Nächstes besucht der 22-Jährige seine Großeltern in Alabama – dann natürlich wieder mit dem Auto. „Das ist eine entspannte Art, um in einem so großen Land herumzukommen“, sagt er.

Um den Sprit für seine Reisen bezahlen zu können, arbeitet Robbie neben dem Studium noch in einem Einkaufsladen. Er fährt Gabelstapler und macht Inventur. Der Job ist hart. Aber wenn er im Wagen sitze, auf dem Weg zum nächsten Abenteuer – dann lohne sich die Anstrengung, sagt er.

Nele Kolf

Aus China in die USA – zum Lernen

Mikrobiologie und internationale Handelsbeziehungen – solche Themen stehen auf dem Ferienplan von Jerry Li. Der 17-Jährige geht auf die internationale Privatschule Shanghai American School in China. In den Sommerferien besucht er Sommercamps, in denen er einen Monat lang büffelt – ganz freiwillig. Meistens nimmt er an Sommercamps in den USA teil – dort wurde Jerry geboren und er fliegt ohnehin jeden Sommer mit der Familie dorthin, um Freunde zu besuchen oder zu reisen.

Finanziert werden Sommercamps und der jährliche Urlaub durch seinen Vaters, der als Biochemiker eine eigene Firma leitet. So stressig, wie es klingt, sind die Sommercamps nicht. „Wir haben sehr viel Freizeit, in der wir zum Beispiel Sport machen. Das Lernen rückt dabei fast in den Hintergrund“, sagt Jerry.

Erinnerungsfoto vor dem Alten Sommerpalast in Peking: Privatschüler Jerry Li lernt auch in den Schulferien viel.

Erinnerungsfoto vor dem Alten Sommerpalast in Peking: Privatschüler Jerry Li lernt auch in den Schulferien viel.

Seine Freunde und Mitschüler bleiben in den Ferien auch nicht faul: Wer kein Camp besucht, macht Praktika. „Man würde sich unter Druck gesetzt fühlen, wenn alle anderen fleißig sind und man selbst nichts tut“, sagt Jerry.

Deswegen gönnt er sich auch nach dem einmonatigen Feriencamp keine Lernpause: Die restlichen vier Wochen der Ferien nutzt der 17-Jährige, um sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten. Immerhin muss er in den Ferien nicht noch Extrahausaufgaben machen – anders als chinesische Schüler staatlicher Schulen.

Jerry dagegen kann sich mit seinen Freunden in der Stadt treffen. Sie gehen in eine Art Spielehalle, wo sie Escape Rooms erkunden oder Virtual-Reality-Shooter spielen. „Sonst gehen wir auch ins Kino oder zusammen essen“, sagt Jerry. So kommt immerhin ein bisschen Feriengefühl auf.

Jeffrey Ji-Peng Li

Wenn die Karibik kurz zu eng wird

Das Meer leuchtet in hellem Türkis, und die Sonne scheint heiß auf den weißen Sandstrand: Die 19-jährige Laura Shaw lebt auf den Turks and Caicos Islands in der Karibik – dort, wo andere ihren Traumurlaub verbringen. Seit drei Jahren besucht sie ein Internat in England, weshalb Laura nur in längeren Ferien nach Hause kommen kann.

Deshalb verbringt sie fast den gesamten Sommerurlaub von Ende Juni bis Anfang September in der Karibik. Sie nutzt die Zeit für Familie und alte Freunde. Große Reisen in andere Länder unternimmt sie nicht – der Strand liegt ja auch direkt vor der Haustür.

Lieben den Strand: Laura Shaw und ihr Hund.

Lieben den Strand: Laura Shaw und ihr Hund.

Seit sechs Jahren engagiert sich Laura außerdem jeden Sommer in der Non-Profit-Organisation Swim and Surf und bringt Kindern das Schwimmen bei. Auch sonst verbringt Laura viel Zeit am und im Meer: Sie trainiert für Schwimmwettkämpfe, wagt sich mit dem Paddleboard aufs Wasser und spaziert mit ihrem Hund Riley am Strand entlang.

Für ein paar Tage verlassen Laura und ihre Eltern aber jedes Jahr die Insel und besuchen Verwandte in Miami. „Man muss sich von der Insel erholen, um weiterhin dort leben zu können“, sagt die Schülerin. Außenstehenden sei es aber nur schwer zu vermitteln, dass einem das Paradies auch mal zu eng wird.

Emma Schell

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ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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