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Warum es toll ist, in der Faust feiern zu gehen

Warum es toll ist, in der Faust feiern zu gehen

Es ist halb fünf, ein Typ fällt vor mir auf den klebrigen Party-Boden und beugt seinen Kopf in Richtung meiner Füße. „Muss er brechen?“, denke ich und schrecke zurück. Aber er krabbelt mir lediglich hinterher, versucht meine Füße zu küssen. Meine Freundin und ich lachen. Es ist das Ende einer langen Sonnabendnacht bei der „Faust Gold“-Party.

Sonst ist es eher selten, dass ich in der 60er-Jahre-Halle die Flucht vor aufdringlichen Männern ergreifen muss – anders als in den Raschplatz-Clubs, wo anbaggern ganz oben auf dem Partyplan steht. Natürlich wollen auch Faust-Gänger jemanden kennenlernen, aber es steht nicht an erster Stelle. Auch muss ich dort nicht in viel zu dünnen Strumpfhosen bibbern oder Blasen in ungemütlichen Schuhen ertragen, um reingelassen zu werden – in der Faust reichen gemütliche Chucks.

Meine Freundin und ich pogen zwischen anderen Mittzwanzigern mit zur Pommesgabel geformten Hand zu Metallica, Blues- und Rock-Klassikern der Sechziger bis Neunziger. Als „Wonderwall“ von Oasis aus den Boxen schallt, liegen sich alle in den Armen. Eine Discokugel und bunte Lampions sorgen für das passende Feeling.

Aber wir tanzen nicht nur – in der Faust entwickeln sich schnell Gespräche mit anderen Leuten. Später trinken wir mit zwei Studis in Bandshirts Mexikaner, quatschen über Die Ärzte, bevor meine Freundin und ich uns draußen eine fluffige Pizza bei Önder Orhans Pizzastand kaufen – der Sattmacher wurde uns oft empfohlen und tatsächlich haben wir genug Energie, um direkt weiterzuspringen. Die Atmosphäre auf dem Gelände ist locker und entspannt.

Der abgerockte Charme aus roten Brandschutztüren und dem Schlot des alten Kesselhauses ist faszinierend. Vor den Backsteinfassaden der alten Bettfedernfabrik sitzen Partygänger, trinken und quatschen miteinander. Hinter ihnen prangen grelle Graffiti und zahlreiche Bandplakate.

Kristin Schaper

Über den Autor

ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

3 Kommentare

  1. “Es ist halb fünf, ein Typ fällt vor mir auf den klebrigen Party-Boden und beugt seinen Kopf in Richtung meiner Füße. „Muss er brechen?“, denke ich und schrecke zurück. Aber er krabbelt mir lediglich hinterher, versucht meine Füße zu küssen. Meine Freundin und ich lachen. “
    …fragt sich nur noch wen das interessieren soll, und was so eine belanglose Wochenendstory eines Hippiemädchens in einer Tageszeitung zu suchen hat?

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  2. Ich war bisher einmal in Hannover und bin abends dann genau hier gelandet. Es war wirklich eine super gute nacht. =)

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  3. Wer mit sowas für die Partyzone Linden offen wirbt, der sollte da mal leben z.Kotzen

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