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Was uns auf Festivals extrem nervt

Was uns auf Festivals extrem nervt

Hurricane-Besucher gelten im Reich der Festivalgänger als unverwüstlich: Kaum ein anderer Stamm wurde in den letzten Jahren derart von zermürbenden Umständen auf die Probe gestellt, wie die Scheeßel-Reisenden. Im vergangenen Jahr verwandelten Gewitter, Regen und Sturm das Gelände in eine Matschlandschaft. Headliner wie The Prodigy durften nicht spielen. Inzwischen sind die verbogenen Heringe wieder begradigt und die Zelte getrocknet – und stehen zu Tausenden auf den Campingplätzen des Festivals. Das Wochenende ist für viele Besucher zu Recht ein Highlight des Jahres. Doch gibt es auf jedem Festival Dinge, die uns zur Weißglut treiben.

Die Ankunft: So richtig kann das Festival erst beginnen, wenn der letzte Zelthering im staubigen Ackerboden steckt. Vorher gilt es, sich im Anfahrtsstau, an der Schlange der Bändchenausgabe und beim Schleppen des Equipments zum Zeltplatz nicht die Laune verhageln zu lassen – das gehört zum lästigen Drumherum. Außerdem gilt es beim Zeltaufbau einen halbwegs nüchternen Kopf zu bewahren. Denn die Zeltstangen frickeln sich nicht von allein durch die Ösen der Behausung.

Großflächig Zeltplätze belegen: Im Urlaub gehört es zu den deutschen Unarten, Liegestühle großflächig mit Badetüchern zu markieren. Dreiste Festivalbesucher münzen dieses Verhalten um und belegen hektarweise Campingareal für Nachzügler aus dem Freundeskreis. Dummdreist werden andere Platzsuchende abgewiesen – „da kommt noch wer! So macht man sich keine Freunde.

Du bist hier nicht für Instagram: Wir wollen Musik unter freiem Himmel hören, mit Freunden trinken, Spaß haben – und uns schmutzig machen. Wer auf dem Gelände mit Strasssteinchen statt Staub im Gesicht rumläuft, hat das Prinzip nicht ganz verstanden. Denn: Ein Festival ist kein Laufsteg. Bleibt uns weg mit Glitzer und Coachella-Style und vergesst bitte für ein paar Tage euren Instagram-Account. Danke!

Nein, ich zeig dir nicht meine Brüste! Auf Festivals sind schon legendäre Insider wie die Suche nach Helga entstanden. Auch die an Zelten befestigten Pappschilder, die vorgeben, was man im Vorbeigehen machen muss, sind eine witzige Idee: In Zeitlupe gehen, ein Bier auf Ex trinken oder singen – alles okay. Aber niemand hat Bock auf Blowjob-Zelte oder „Hier Brüste zeigen“-Schilder.

Bands vor dem Lieblingsact ausbuhen: Ja, auf einem Festival spielen viele verschiedene Bands. Das heißt: Vor der Hauptbühne stehen auch Fans der anderen Bands, die an einem Abend dort auftreten. Und Festival bedeutet, dass Leute feiern wollen. Leider kommen immer wieder Besucher auf die Idee, schlechte Stimmung in den ersten Reihen zu verbreiten, bis endlich ihr Lieblingsact spielt. Wer nicht aufpasst, wird selbst ausgebuht.

Lass die Faust in der Tasche: Dass es beim Pogo-Tanzen eher ruppig zugeht, ist bekannt. Allerdings hat nicht jeder gleich viel Lust, mitzutanzen oder involviert zu werden. Das checken leider nicht alle. Wer sich mit ausgestreckten Ellenbogen durch die Menge kämpft und auf dicke Hose macht, bringt andere in kürzester Zeit gegen sich auf.

Assi-Gehabe: Ein leichter Hauch Anarchie gehört zu jedem Festival, wie der Geruch von Dixi-Klos in der sengenden Hitze. Das rechtfertigt aber noch lange kein Assi-Gehabe. Mal über die Stränge zu schlagen ist okay. Durch steigenden Promillewert erhält man jedoch keinen Freifahrtschein, um Zelte anzupinkeln oder Grillkohle über das Gelände zu werfen.

Seinen Müll liegen lassen: Zu Hause wird brav der Müll getrennt und verpackungsfrei eingekauft, aber nach einem Festivalwochenende scheint sämtliches Umweltbewusstsein auf dem Festivalacker verloren gegangen zu sein. Dann werden Pavillonzelte stehen gelassen und der gesamte Festivalabfall sich selbst überlassen – ein Verhalten zum In-die-Tonne-treten.

Schnorren: Wer Hilfe in Form von Zeltheringen, Werkzeug, ein paar Zigaretten oder Bier braucht, wird diese auch bekommen. Leider gibt es etliche Besucher, deren Gepäck lediglich aus dem Festivalticket zu bestehen scheint. Die Hilfsbereitschaft auf dem Gelände solltest du nicht überstrapazieren.


Das darf nicht mit auf’s Hurricane-Gelände

Beim Hurricane in Scheeßel wird an diesem Wochenende mehr Polizei als im letzten Jahr auf dem Gelände sein. Schon 2016 waren 400 Polizisten im Einsatz. Außerdem wird es strengere Vorschriften für alle Besucher geben. Das heißt: Im Innenbereich, wo die Bands spielen, sind keine Rucksäcke oder Turnbeutel erlaubt. Um auf dem Festival-Gelände den Trinkwasservorrat aufzufüllen, können aber leere Ein-Liter-Flaschen, Tetrapacks und offene Trinkbecher mitgenommen werden. Als Taschenersatz sind zum Beispiel kleinere Brustbeutel oder Gürteltaschen erlaubt.

Mitarbeit: Sarah Seitz, Ansgar Nehls, Anna Beckmann, Manuel Behrens

Über den Autor

ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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