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Wie geht es eigentlich mit „Pulse of Europe“ weiter?

Wie geht es eigentlich mit „Pulse of Europe“ weiter?
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Politikwissenschaft, katholische Theologie und Geographie – die zwölf Studenten, die bis Anfang Mai jede Woche die „Pulse of Europe“-Demonstrationen organisiert haben, waren ein bunter Haufen Studis. Ein Dutzend Demos haben sie seit Mitte Februar auf die Beine gestellt: Die Bewegung setzt sich für den Zusammenhalt Europas und gegen populistische Parteien, wie der Front National von Marine Le Pen aus Frankreich oder Geert Wilders Partei für die Freiheit aus den Niederlanden, ein. Tobias und sein Team haben wenig geschlafen und dafür umso mehr gearbeitet. Das hat sich gelohnt: Zur ersten Zusammenkunft auf dem Ernst-August-Platz waren rund 80 Menschen in dicken Jacken und Mützen gekommen. Am 7. Mai, der bisher letzten Demo am Opernplatz waren es gut 500 – inzwischen mit Sonnenbrillen und T-Shirts. Ursprünglich sind die Anhänger von „Pulse of Europe“ in 22 europäischen Ländern gegen die nationalistischen Kräfte aus Frankreich und den Niederlanden auf die Straße gegangen. Mit der Stichwahl war dieses Thema – erfolgreich – beendet.

Tobias Hasselbrock bei einer Demo auf dem Opernplatz. (Foto: Frank Wilde)

Bei jeder einzelnen Zusammenkunft stand Tobias Hasselbrock am Mikrofon. Der 22-jährige Politikstudent aus Hannover wurde über die Wochen zum Gesicht des hannoverschen „Pulse of Europe“-Ablegers. Neben seinen Eröffnungsreden und der Moderation gab er Interviews und trat in Talkshows auf. So durfte Tobias dann am Tag der Stichwahl in Frankreich auch den Abtritt seines Teams verkünden: „Heute atmen wir durch und dann reformieren wir gemeinsam Europa“, sagte Tobias zum Publikum. Es folgten ein paar Sätze über künftige Veränderungen, dann gab er den Rücktritt seines Teams bekannt. Ein bedauerndes „Ooooh“ ging durch die Menge. So, als hätte man den Anwesenden einen inzwischen gewohnheitsmäßigen Termin aus dem Kalender gestrichen.

Am 7. Mai sind Tobias und seine Anhänger zurückgetreten – seitdem hat es keine „Pulse“-Demo in der Stadt mehr gegeben. Eigentlich soll es die Zusammenkünfte weiter an jedem ersten Sonntag im Monat geben. Am 4. Juni wäre es wieder soweit. Doch in der Facebook-Gruppe von „Pulse“-Hannover (35 Mitglieder) herrscht tote Hose und eine Veranstaltung wurde auch noch nicht erstellt.

Zu Beginn fand „Pulse of Europe“ noch am Ernst-August-Platz statt.

Der Grund sind Unstimmigkeiten zwischen den lokalen Organisatoren und dem „Pulse“-Dachverband in Frankfurt. „Es ging um die Frage“, so Tobias, „ob auch aktive Berufspolitiker am offenen Mikrofon der Demo reden dűrfen.“ Ministerpräsident und Berufspolitiker Stephan Weil stand zuletzt als Zuschauer in der „Pulse“-Menge am Opernplatz. „‚Pulse of Europe‘ ist eine durch und durch sympathische Bewegung“, sagt er. Das wollte er auch öffentlich am Mikrofon auf dem Opernplatz verkűnden. Doch den Ministerpräsidenten wollten die Kernorganisatoren in Frankfurt nicht als Redner zulassen. Dem Dachverband ging es darum, dass „Pulse“ eine Bürgerbewegung bleibt. Tobias und seine Kollegen wollten mehr als nur wöchentliche Treffen – wenn es nach ihnen ginge, würde sich die Bewegung in die Politik einmischen. Eine Woche vor Tobias Rűcktritt haben die Kernorganisatoren in Frankfurt beschlossen, dass „Pulse of Europe“ ab Juni nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch einmal im Monat stattfindet. „Pulse of Europe“ läuft inzwischen professioneller ab, das Fahnenlogo ist jetzt sogar eine eingetragene Marke geworden.

Tobias und seine Kollegen sind erst einmal froh, ihre Akkus aufladen zu können. „Pulse of Europe“ soll nun ohne Tobias und sein Team weitergehen. Kai Münz ist Inhaber einer Marketingfirma stellt den Kopf des neuen Organisationsteams. Der 26-Jährige hat kein Parteibuch und pendelt beruflich zwischen den USA und Europa hin und her. Deswegen befűrwortet er nicht nur die Grenzlosigkeit in Europa, sondern möchte, dass möglichst auch alle Schranken auf globaler Ebene fallen. „Ich bin Weltbűrger“, stellt er klar. „Und ‚Pulse of Europe‘ ist eine Bűrgerbewegung – nicht mehr und nicht weniger“.

Wer dem neuen Organisationsteam von „Pulse of Europe“ angehören möchte, kann sich unter hannover@pulseofeurope.eu melden.

Von Valerie Lux Schult/Manuel Behrens

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ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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