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Darüber wundern sich die Erstis in Hannover

Darüber wundern sich die Erstis in Hannover

Viel zu sahnige Asia-Nudeln, ein Betonklotz an der Ihme und massig vegetarische Restaurants: Zwei Erstis erzählen, was ihnen in der Stadt auffällt.


„Ihhh. Das sind doch keine asiatischen Nudeln“, sagt Studentin Yiming Chen und zeigt mit ihrem Zeigefinger auf die Soße. „Die sind viel zu sahnig.“ Yiming muss es wissen: Die 21-Jährige kommt aus Dalian, einer Stadt an der östlichen Küste Chinas. Dort studiert sie im dritten Jahr Maschinenbau. Für zwei Semester büffelt sie nun jedoch an der Hochschule Hannover (HsH).
Yiming ist eine von 2200 Studenten, die in diesem Jahr an der HsH ihr Studium begonnen hat. An der Leibniz-Universität werden voraussichtlich knapp 4000 neue Erstsemester ab Mitte Oktober in den Hörsälen sitzen – und sich wahrscheinlich wie Yiming über viele Dinge wundern. Gewöhnen muss sich die Chinesin nicht nur an die Asia-Nudeln in der Mensa, sondern auch an das Wetter. „Ich war direkt am ersten Tag shoppen. Ich brauchte warme Sachen, einen Mantel“, sagt die Studentin. Wie kalt es in Hannover im Vergleich zu Dalian ist, hatte sie unterschätzt.

Keine Kioske in China

Yiming (21) wundert sich über die Kioskdichte in Linden.

Yiming (21) wundert sich über die Kioskdichte in Linden.

In China schlief Yiming gemeinsam mit drei anderen Leuten in einem Zimmer. Nun lebt sie in Linden-Nord am Küchengarten in einer eigenen Wohnung. Die Miete bezahlen ihre Eltern. Nicht weit von ihrer Haustür ist die Limmerstraße, an der sich Kioske aneinanderreihen. „So etwas gibt es in China gar nicht“, sagt Yiming. Ihr kam es anfangs seltsam vor, dass vor den Spätis bis nachts Menschen auf schmalen Bänken sitzen und Bier trinken. Auch mit dem Ihme-Zentrum kann Yiming nichts anfangen: „In Dalian gibt es zwar ähnlich große Gebäude, aber nicht so fürchterlich dunkel und aus Beton.“ In China sind die meisten Bauten aus Glas und somit heller. Von der Wohnung der Maschinenbau-Studentin ist es nicht weit bis zum Ihme-Ufer und zur Faustwiese. Auch bis zum Maschpark braucht sie mit dem Fahrrad gerade einmal knapp zehn Minuten. Die vielen Parks und Grünflächen gefallen ihr besonders gut in Hannover. „Man hat schnell das Gefühl, aus der Stadt herauszukommen, ohne die Stadt wirklich zu verlassen“, sagt sie. In der sechs-Millionen-Einwohner-Metropole Dalian fuhr sie anderthalb Stunden mit der U-Bahn, bis sie im grünen Umland war. Auch die Ruhe in Hannover genießt Yiming: „Die Plätze sind hier nicht so voll mit Menschen wie in den meisten Großstädten Chinas.“

 

Max (24) hat seine Kommilitonen unter der Kröpcke-Uhr verpasst.

Max (24) hat seine Kommilitonen unter der Kröpcke-Uhr verpasst.

Max Kutschmann musste sich ebenfalls erst einmal auf Hannover einstellen – auch wenn nur knapp 150 und nicht mehrere Tausend Kilometer zwischen der Landeshauptstadt und seiner Heimat liegen. Der 24-Jährige kommt aus Osnabrück. Seit Ende September studiert er an der HsH Soziale Arbeit und wohnt in einem Wohnheim.
Dass sich an der Kröpcke-Uhr halb Hannover trifft, lernte Max sehr schnell. Als er dort auf eine Ersti-Gruppe wartete, fand er seine Kommilitonen nicht. Neben ihm klatschten sich Menschen zur Begrüßung ab – nur Max blieb allein. „Das nächste Mal ziehe ich mir eine Warnweste an, um meine Leute zu treffen“, witzelt der Student.
Angenehm überrascht war er dagegen allerdings von den vielen vegetarischen Restaurants – nach dem Googeln war der Vegetarier erst einmal vom Angebot erschlagen. „In Hannover gibt es viel abwechslungsreichere Restaurants als in Osnabrück“, sagt Max, der sich in Linden für einen vegetarischen Chili-Burger entschied.
Nicht nur die Auswahl an Restaurants findet Max toll. Bei einer Erkundungstour durch Hannover mit dem Rad verfuhr er sich und stand plötzlich vor dem Maschsee. „Dort habe ich eine Pause eingelegt. Da verirrt man sich doch gern.“ Von Tom Solbrig

 

 

 

 


Das sollten Erstis in Hannover ausprobieren

  • Jugendsünden-Party im Béi Chéz Heinz: Zu Neunziger-Trash tanzen – auch wenn es später peinlich ist.
  • Apollo-Kino: Im ältesten Kino der Stadt einen Film gucken und leckeres Zimt-Popcorn knabbern.
  • Café Safran: Hier das John-Belushi-Frühstück bestellen, das nur aus einem Kaffee, einer Zigarette und einem Kaugummi besteht.
  • Conti-Hochhaus: Am Königsworther Platz vom 14. Stock aus den Ausblick bei Sonnenuntergang genießen.
  • Literarischer Salon besuchen: Montags ab 20 Uhr gibt’s im Conti-Hochhaus regelmäßig Lesungen und Diskussionen.
  • Knallvorlesung der Chemiker: Vorsicht, im Kali-Chemie-Saal im Institut für Anorganische Chemie wird es explosiv!

46 weitere Tipps unter haz.li/erstis.

Über den Autor

ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

2 Kommentare

  1. Wahnweste?

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  2. Es heißt nicht „Späti“ in Hannover…

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