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Das sind Hannovers ungewöhnlichste Hörsäle

Das sind Hannovers ungewöhnlichste Hörsäle

Vollgekritzelte Tische, ungemütliche Klappstühle, überfüllte Hörsäle: Bei dieser Vorstellung bekommen viele Studenten mürrische Gesichter. Es muss aber nicht immer ein trister Hörsaal sein: An vielen Orten in Hannover lernen die Studenten in besonderen Räumen. Manche sind besonders groß, andere besonders gemütlich. Hier stellen wir euch die fünf ungewöhnlichsten Hörsäle vor:

1. Platon statt Brad Pitt – Vorlesungen im Astor Kino

Einige Studenten der Uni gehen zurzeit fast jeden Tag ins Kino. Allerdings flimmert dann kein Blockbuster über die Leinwand, sondern Zitate von Platon, Aristoteles und Co. Weil es für die vielen Studenten nicht genügend Hörsäle in den Gebäuden der Uni gibt, finden in diesem Semester jeden Vormittag Vorlesungen im Astor statt. Die 464 Kinosessel bieten dort genügend Platz für alle. Politikdozentin Franziska Martinsen findet die Lösung gut: „Natürlich ist das etwas ungewöhnlich, aber warum sollten wir die Räume nicht nutzen? Sie stehen ja morgens leer.“ Auch die Studenten sind mit der Lösung zufrieden. „Ich finde es hier sehr gemütlich“, sagt Judith Ulbig. Schließlich sei ein Kinosaal ja richtiger Luxus im Vergleich zu anderen Hörsälen. Auch Jonas Schröder fühlt sich im Astor wohl. „Jetzt fehlt nur noch der Popkornverkauf“, sagt er lachend. In die roten Kinosessel gekuschelt, scheint selbst die Statistikvorlesung gar nicht mehr so schlimm zu sein. Noch bis Ende des Jahres finden die Veranstaltungen im Astor statt. Danach prüft die Uni, ob es sich weiterhin lohnt, den Saal zu mieten. Wenn ihr noch mehr über die Vorlesungen im Astor Kino lesen wollt: hier findet ihr einen ausführlichen Bericht auf HAZ.de

2. Groß, größer, Audimax

Lokales 2 Bilder im Dossier ! Universitaet, Studenten-Vollversammlung, VV, im Audi-Max,Protest gegen Kürzungen,Sparpläne Studenten im Hörsaal

Diesen Vorlesungssaal kennt fast jeder Student – und sei es nur vom Unikino: Das Audimax. Foto: Villegas.

Über 700 Leute finden in Hannovers größtem Hörsaal Platz. 1958 wurde der Anbau am Welfenschloss fertiggestellt und hat seitdem viel erlebt: Seit einigen Jahren findet dort mehrmals in der Woche das Unikino statt. Aber auch Absolventenfeiern und studentische Vollversammlungen des AStA werden dort veranstaltet. Im Jahr 2009 wurde der Raum sogar einmal von Studenten besetzt, die für bessere Bildungsbedingungen demonstrierten. Fast jeder Student war schon einmal im Audimax, weil er dort eine Vorlesung hatte oder eine andere Veranstaltung besucht hat – etwa eine Vorstellung im Unikino.

3. Abheben im Planet M

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Was aussieht wie ein Planetarium, ist eigentlich ein Vorlesungssaal: Planet M.                                   Foto: Franke

Wie ein riesiges Ufo schwebt der Planet M auf großen Stahlträgern über der Expo-Plaza. Bei der Expo stellte das Unternehmen Bertelsmann den Besuchern dort die moderne Multimediawelt vor. 2011 zog die FH Hannover in das ovale Gebäude. Das Herzstück des Planet M ist ein Kinosaal, in dem nun Studenten ihren Dozenten lauschen. Auf den originalen Expo-Kinosesseln aus dem Jahr 2000 finden etwa 200 Studenten Platz. Vor allem Vorlesungen der Fachbereiche Kommunikation und Information finden dort statt. Wichtig ist der Saal auch für die Präsentation von Abschlussarbeiten: Innenarchitekten, Foto- und Fernsehjournalisten stellen auf der großen Leinwand ihre Projekte vor. In den kommenden Semesterferien soll der ursprüngliche Kinosaal renoviert werden. Dann werden die Sessel gegen Stühle mit ausklappbaren Tischen ausgetauscht. Der Kinocharme soll aber trotzdem erhalten werden.

4.  Nächster Halt Hogwarts: Der Kali-Chemie-Saal

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Hier knallt’s auch mal: Der Kali-Chemie-Saal in der Callinstraße.                                                     Foto: Archiv HAZ

Wenn es bei Harry Potter laut zischt und knallt, ist der Übeltäter meist schnell gefunden: Mitschüler Seamus hat ein besonderes Händchen für Explosionen im Zauberunterricht. Er würde sich wahrscheinlich bei den Vorlesungen im Kali-Chemie-Saal wohlfühlen. Zumindest sieht es dort fast aus wie in Hogwarts. Stuckverzierte Decken, Holzvertäfelung und alte Sitzbänke verleihen dem Raum einen besonderen Charme. Auf der großen Experimentierbühne zeigen Dozenten, wie gasförmiger Wasserstoff und Sauerstoff über einer Flamme explodieren – die berühmte Knallgasexplosion. Vor allem Chemiestudenten sitzen in dem Hörsaal, aber auch angehende Philosophen hören sich dort Vorlesungen an. Bereits vor über hundert Jahren wurde der Saal erbaut und bietet seitdem Platz für 282 Studenten.

5. Willkommen im Theater – der Hörsaal MZ1 im Hochhaus in der Appelstraße

Hannover 11.11.2016 Hörsaal MZ1 in der Appelstraße 9a.Dozentin Ricarda Berger. Foto:Villegas

Lernen wo andere schauspielern: Hörsaal MZ1 in der Appelstraße.                                                               Foto: Villegas

Rote Stühle und ein Balkon, von dem man von oben auf die Bühne blickt: Die Vorstellung kann beginnen. Auf der Bühne erscheint allerdings kein Schauspieler, sondern Dozentin Ricarda Berger. Sie arbeitet am Institut für Statik und Dynamik und hält in dem Hörsaal eine Vorlesung über Baustatik.  2006 wurde der Hörsaal renoviert und erstrahlt seitdem in neuem Glanz. 213 Studenten finden in dem Raum im zweiten Untergeschoss des Hochhauses Platz. Einige von ihnen auf dem Rang, von dem aus man wie in einem Theater runter auf die Bühne schaut.

Über den Autor

ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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