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Diese peinlichen Storys haben Erstis in Hannover erlebt

Diese peinlichen Storys haben Erstis in Hannover erlebt

Im Glitzerkleid zur Uni oder Dozenten-Rüffel im ersten Seminar: Zum Uni-Start läuft nicht alles rund. ZiSH hat Ersti-Anekdoten gesammelt.


Aus der Disco in den Hörsaal

Nach der Partynacht trotzdem zur Vorlesung: Jacqueline. Foto: Michael Thomas

30 grinsende Gesichter schauten mich an, als ich in den Vorlesungsraum meines ersten Uni-Seminars stolperte. So heimlich wie möglich  versuchte ich, hinter dem Dozenten entlangzuschleichen und einen Platz zu ergattern. Zu spät, offensichtlich übernächtigt und in Glitzerkleid gelang mir das allerdings nicht so gut.

Gerade mal zwei Stunden hatte ich nach der Ersti-Party geschlafen, als mein Handywecker zur ersten Vorlesung in Statistik klingelte. Mein schwerer Schädel sagte mir: Bleib bloß liegen. Aber mein Pflichtgefühl siegte. Ich war hoch motiviert, einen guten Studienstart hinzulegen. Fünf Minuten vor Vorlesungsbeginn kroch ich aus dem Bett und lief hektisch zum Hörsaal –  ohne Frühstück und in Partyklamotten.

Als menschliche Discokugel im Glitzerkleid war ich dann der Lacher der Vorlesung. Trotzdem war das für mich der Beweis, dass sich Party und Pauken unter einen Hut kriegen lassen. Oberstes Gebot sollte aber Unauffälligkeit sein. Sich zum Beispiel schon mal ein Uni-Outfit herauszulegen, bewahrt vor Blamagen. jh

Hauptsache, höflich!

Katharina siezte die Studenten in der Fachschaft. Foto: Tim Schaarschmidt

„Können Sie mir bei meinem Stundenplan helfen? Ich hab da noch eine Frage“, „Haben Sie eigentlich auch Geschichte studiert?“ – ich war genau so, wie man sich einen Ersti vorstellt: Aufgeregt wie bei der Einschulung stiefelte ich neben den anderen Erstis in Richtung Fachschaftsraum. Die Fachschaft – und ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, was das war – sollte uns beim Erstellen unserer neuen Stundenpläne helfen: Ein großer Schritt in Richtung Erwachsenwerden, wie ich fand.

Leider verhielt ich mich so gar nicht erwachsen und fragte die Fachschaftler eine Frage nach der anderen. „Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben“, bedankte ich mich danach bei ihnen. Weil ich die Fachschaft für wichtige Angestellte meiner Universität gehalten hatte, war ich überhöflich. Meine Uni-Freundin erklärte mir das Missverständnis laut lachend erst, als schon alles zu spät war: Die Fachschaft besteht aus Studierenden, die fast genauso alt sind wie ich. Heute bin ich selbst Teil der Fachschaft und weiß: Verpeilte Erstis wie mich gibt‘s eigentlich jedes Jahr. kat

Partyplanung im Seminar

Anna hört nicht zu und kriegt Ärger vom Dozenten. Foto: Samantha Franson

Gemütlich ankommen, mitschreiben nur in Notfällen und quatschen kann man eh – so stellte ich mir als frischgebackener Abiturient die Uni-Seminare vor. Also nutzten meine Kommilitoninnen und ich das erste Politikseminar als Erstis, um die Party am Abend zu planen. Vorne versuchte unser Dozent, uns das Thema Demokratietheorien schmackhaft zu machen. Davon bekamen wir nicht viel mit.

Aber als wir nach dem Seminar schnell zur Mensa wollten, hielt uns der Dozent auf: „Wenn Sie etwas zu sagen haben, dann melden Sie sich. Ansonsten brauchen Sie in der nächsten Woche nicht mehr wiederkommen“, schmetterte er uns entgegen. Autsch! Ziemlich peinlich, gleich zu Beginn des Studiums so einen Rüffel zu bekommen. In den nächsten Sitzungen waren wir still und belegten danach keine weiteren Seminare mehr bei ihm.

Weil der Dozent zu meinem Thema forschte, schrieb ich am Ende aber meine Bachelorarbeit bei ihm. Gesagt hat er nichts, meinen Namen kannte er aber immer noch. Der erste Eindruck zählt wohl eben doch. abe

Verpeilt in der Bahn

Verpasst die Uni-Bahnstation und kommt zu spät: Sarah. Foto: Villegas

In meinem allerersten Seminar wollte ich nichts falsch machen: Ich hatte meine Tasche mit Schreibkram vollgestopft und lief viel zu früh zur Bahn. An der Stadtbahnstation Aegi musste ich umsteigen, es waren drei Haltestellen zum Königswor­ther Platz. Doch nach drei Stationen sah so gar nichts nach Uni-Station aus, ein Schild kündigte die Christuskirche an. Hatte ich mich verzählt? Zur Sicherheit fuhr ich noch zwei Stationen weiter – bis ich bemerkte, dass ich in der 6 statt in der Linie 4 oder 5 war!

Panisch stieg ich an der Haltestelle An der Strangriede aus und suchte mit zitternden Händen und via App den Weg zurück zum Campus. Fast traute ich mich nicht, reinzugehen – das Seminar hatte schon angefangen. Meiner Dozentin war mein Zuspätkommen dagegen egal: Sie sprach einfach weiter, als ich mit einem gemurmelten Schuldigung in den Raum huschte.  Noch heute steige ich manchmal verpennt in die 6 – weiß  aber, dass ich von der Christuskirche auch nur fünf Minuten zum Campus brauche. saz

Verirrtes Duckface-Foto

Schickt ihr Schmollmund-Selfie in den Ersti-Gruppenchat: Nina. Foto: Samantha Franson

Wo finde ich die Vorlesungssäle? Und wie verfasse ich eigentlich ein Exposé? In meinen ersten Wochen als frisch gebackener Ersti der Sozialwissenschaften schien die Liste an offenen Fragen endlos. Umso dankbarer war ich für unsere Jahrgangsgruppe bei Whatsapp. Über 60 meiner Kommilitonen befanden sich darin. In der Gruppe ergänzten wir unser Wissen und halfen uns bei Fragen gegenseitig aus.

Auch mit meinen ersten Uni-Freunden erstellten wir einen Gruppenchat bei Whatsapp – hier redeten wir allerdings über privatere Themen. Als ich kurz vor Silvester ein Kleid für eine anstehende Neujahrsparty kaufte, wollte ich ein Foto meines geplanten Outfits mit meinen neuen Freundinnen teilen. Also sendete ich während einer Vorlesung ein Spiegelselfie mit überzogenem Schmollmund und knappem Kleidchen in die Whatsapp-Gruppe.

Als mir dann ein unbekannter Kommilitone belustigt zurief: „Schickes Kleid!“, begriff ich entsetzt, dass das Bild im falschen Gruppenchat gelandet war: Ausgerechnet in der neuen Jahrgangsgruppe mit über 60 Leuten. nh

Verwechslung auf dem Klo

Sarah quatscht Fremde auf dem Uni-Klo an und erntet schiefe Blicke. Foto: Privat

Munter quatschte ich drauflos, als ich meine Referatspartnerin auf dem Uni-Klo traf. Das zufällige Treffen kam mir gerade recht – als Ersti war ich schließlich ständig auf der Suche nach neuen Freunden. „Hast du den Text denn schon gelesen? Wann wollen wir uns eigentlich mal treffen?“ Ich plapperte pausenlos vor mich hin.

Ihre schiefen Blicke gingen in meinem Redefluss unter. Die Frage, von welchem Referat ich überhaupt sprechen würde, ließ mich plötzlich verstummen. Beschämt musste ich feststellen, dass ich fünf Minuten lang auf eine völlig fremde Studentin eingeredet hatte. Wie peinlich! Sofort wurde ich knallrot. Nach einer genuschelten Entschuldigung für die Verwechslung flüchtete ich hastig aus der Toilette.

Heute hätte ich die Situation wohl eher lustig als peinlich gefunden. Im zweiten Jahr an der Uni kann ich längst noch nicht alle meiner Kommilitonen zuordnen. Wenn ich mal wieder jemanden verwechsle, weiß ich allerdings: Alles halb so wild! Bei so vielen Studenten kann sich wahrscheinlich niemand jeden Namen und jedes Gesicht merken. sam

Hauptbild: Moritz Frankenberg

Über den Autor

ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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