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Diese Studententypen findest du in jedem Uni-Hörsaal

Diese Studententypen findest du in jedem Uni-Hörsaal

Sie gehören zur Uni wie schrullige Mathe-Professoren oder die Currywurst-Pommes in der Mensa: ZiSH präsentiert acht Stereotypen der Studentenschaft


Der Weltverbesserer

Mit seinem Handy scannt der Weltverbesserer ​das Etikett der Handcreme auf dem Tisch neben ihm. „Oh, Mann! Weißt du eigentlich, wie viel Mikroplastik in dieser Creme ist?“ Die gedankenlose Kommilitonin kassiert dafür einen strafenden Blick. Schnell wird seine Aufmerksamkeit jedoch vom Dozenten abgelenkt, der in seinen Folien nicht korrekt gendert. Stirnrunzelnd hebt der Weltverbesserer die Hand und macht ihn darauf aufmerksam. Alltagsrassismus beginne schließlich schon bei kleinen Dingen. Reiswaffelkauend erzählt er nach der Vorlesung von seinem Urlaubssemester in Swasiland, wo er Brunnen gebaut und Kondome verteilt hat. Mit dem Spruch: „Wir sind jung, wir sind engagiert – wir können alles schaffen!“ und einem bedeutungsvollen Blick marschiert er Richtung Bibliothek, um sein Pamphlet über ausnahmslos vegane Mensakost zu überarbeiten. saz

Der Abwesende

Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss. Der Abwesende ​hat sich diesen Spruch auf die Fahne seiner akademischen Laufbahn geschrieben. Die Uni ist für ihn ein Hobby. Er praktiziert es selten – zum Leidwesen seiner Kommilitonen, von denen er haufenweise Material kopieren will. Meist handelt es sich bei ihm um einen designierten Geisteswissenschaftler, der sich auf Demos und gefährlichen Reisen herumtreibt – die Anwesenheitspflicht im Seminar dagegen macht ihm Angst. Sie scheucht ihn aus dem Bett, zwingt ihn mit geröteten Augen in die Uni. Dort sitzt er mit Handy in der Hand, den Kopf auf die Hände stützend, während andere Psychotraumatologie diskutieren. Den Semesterbeitrag zahlt er wie einen Ablassbrief für seine Freizeit. Auch wenn sein Studium deutlich länger dauert als normal – irgendwann klappt es auch bei ihm mit dem Abschluss. man

Die Bloggerin

Foto: rawpixel/Unsplash

Schon auf dem Weg zur Uni sieht man die Bloggerin ​mit ihrem Smartphone ein Selfie schießen. Ihre Abonnenten auf Instagram sollen ja auch wissen, was sie in ihrem Leben gerade so anstellt – und dass es sich eben nicht nur um Fitnessstudio und Smoothies dreht, sondern auch um den Ernst des Lebens: Uni. Von wegen alle Instagramer sind blöd. Das Ganze wird dann auch mit #bereitfürdieuni versehen. Im Hörsaal wird es nicht besser: Ein Bild von ihrem Kaffeebecher „to go“ für Snapchat oder ein Foto mit dem Sitznachbarn. Wenn die 200-Likes-Marke bei Instagram geknackt ist, huscht der Bloggerin kurz ein Lächeln über das Gesicht. Kurz. Die reichen ihr jedoch nicht. Stets auf der Suche nach neuen Like-Garanten will sie in Zukunft noch ganz eigene Trends entdecken – und spielt bereits mit dem Gedanken einer Live-Übertragung der Vorlesung in ihrer Instagram-Story. #hatersgonnahate lv

 

Der Senior-Student

„Entschuldigen Sie, aber ist die Szenerie nicht mit dem Aufstand der Narodniki nach 1874 vergleichbar?“ Den Oberkörper interessiert vorgelehnt und über die randlose Brille schauend, will der Seniorstudent ​eigentlich gar keine Frage stellen, sondern vielmehr sein Wissen demonstrieren. Am liebsten treibt sich der Rentner, der offenbar noch als Zeitzeuge vom zweiten Weltkrieg berichten könnte, in Politik, Geschichte oder Literaturwissenschaft herum. Da lässt es sich nämlich herrlich erzählen. Das ständige „War das nicht ein Motiv in ,Faust’?“ oder „Junger Mann, das war im Krieg aber damals anders“ nerven zwar – jedoch nicht um acht Uhr morgens, wenn der Seniorstudent der einzige ist, der den Text gelesen hat, und den Dozenten allein unterhält. Und wenn er dann auch noch Texte in altdeutscher Schrift für alle verständlich übersetzen kann, ist man ihm doch dankbar. saz

Der Nerd

Mittlerweile ist seine Brille längst wieder in Mode – das interessiert den Nerd ​aber nicht. Seine Klamotten sind ihm vollkommen egal, ebenso die Meinung seiner Kommilitonen über ihn. Viel interessanter ist doch die Debatte über Mikrotransaktionen im Videospiel „Star Wars Battlefront 2“. Deshalb meldet er sich in Seminaren und Vorlesungen auch äußerst selten – wenn er jedoch einmal seine Stimme erhebt, lauschen alle seinen komplizierten Ausführungen. Denn der Nerd hat wirklich etwas auf dem Kasten, auch wenn er es nicht oft raushängen lässt. Deshalb sind Lästereien über ihn selten boshaft, schließlich tut er niemandem etwas zur Leide. Zwar liegen seine Stärken nicht im kommunikativen Bereich, doch sozial ist er dennoch: Wenn es mal wieder mit der Technik hakt, ist der Nerd zur Stelle und hilft dabei, den Beamer wieder in den Gang zu bringen oder den Videoton einzuschalten. ch

Die Bemühte

Foto: Element5 Digital/Unsplash

Sie hat Kekse gebacken. Schon wieder. Anders weiß die Bemühte ​ihre Dankbarkeit für ihre Kommilitonen nicht auszudrücken. Sie würde ihnen auch Geld geben, wenn sie welches hätte. Denn die Mitstudenten schleppen sie jetzt schon seit drei Semestern durch Vorlesungen, Klausuren und den ganzen Uni-Wahnsinn. Dabei ist sie nicht faul – im Gegenteil. Sie meldet sich für jede freiwillige Arbeit und organisiert Seminar-Weihnachtsfeiern. Sie liest und lernt und lernt und liest, doch das bringt einfach nichts. Je mehr Arbeit sie in das Studium steckt, desto weniger versteht sie und umso größer wird die Frustration und Panik. Den Kommilitonen ist das nicht entgangen, sie hatten Mitleid, und nun geben sie ihr Nachhilfe und bereiten ihre Referate gemeinsam mit ihr vor. Doch auch das hilft der Bemühten nicht, und die Kommilitonen wissen langsam nicht mehr, was sie noch tun sollen – außer Kekse zu essen. man

Der Proll

Nicht selten vergisst der Proll​, seine Kopfhörer in den Laptop zu stecken, bevor er Youtube-Videos schaut oder Videospiele startet. Zu Anfang fanden es die umsitzenden Kommilitonen noch lustig, wenn unvermittelt Musik durch den Hörsaal schepperte – frecher Typ. Inzwischen freut sich nur noch der Proll wie ein Schnitzelkönig. Das kollektive Augenrollen seiner Mitstudenten ist fast hörbar, wenn er einen Raum betritt. Denn auf alberne Kinderstreiche wie Papierkügelchenwerfen oder doppeldeutige Kommentare hat niemand Lust. Seine Kommilitonen  sind froh, wenn die testosterongeladene Nervensäge den Vorlesungen und Seminaren fernbleibt. Dem Mitteilungsbedürfnis kann keiner von ihnen etwas entgegensetzen, ohne bei ihm die gewünschte Bestätigung hervorzurufen. Und so hoffen viele insgeheim, dass die nur sporadischen Uni-Besuche des Prolls sein vorzeitiges Studienende bedeuten. man

Die Verplante

„Wie? Es gab eine Rückseite?!“ Diesen Satz sagt die Verplante ​nach fast jeder Klausur. Auch sonst besticht diese Kommilitonin nicht gerade mit ihrem Organisationstalent. Sie vergisst Hausarbeit-Deadlines und Lerndates, hat ihre Mensakarte schon im ersten Semester verloren – und wo die Bibliothek ist, weiß sie auch nicht mehr. Bei vielen sammelt sie mit ihrer niedlich-verpeilten Art Sympathiepunkte. Den Nerds und Strebern dagegen geht sie gehörig auf die Nerven mit ihren ständigen Nachfragen oder wenn sie in jeder Vorlesung laut fragt, ob ihr jemand Zettel und Stift leihen kann. Noch dazu verschläft sie regelmäßig und kommt ständig zu spät – wenn sie sich überhaupt an den Seminartermin erinnert. Und selbst wenn diese Chaotin mal pünktlich und sogar im richtigen Hörsaal sitzt – ihre Unterschrift taucht trotzdem nicht in der Anwesenheitsliste auf. Denn natürlich hat sie mal wieder ihren Stift vergessen. jst

Über den Autor

Karsten Röhrbein

Karsten leitet die ZiSH-Redaktion der HAZ. Hier im Blog kümmert er sich vor allem um die Koordination, Themenbesprechung und was sonst so anfällt.

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