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Ehrensache: Diese Studenten engagieren sich trotz Uni-Stress

Ehrensache: Diese Studenten engagieren sich trotz Uni-Stress

Zwischen Vorlesung und Nebenjob bleibt wenig Zeit. Wir stellen vier Freiwillige vor, die sich trotzdem ehrenamtlich engagieren. Campus 0511 zeigt, wie sie das machen.

 

 

Lesen lernen leicht gemacht

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Claudias zwölfjährige Schülerin sitzt ihr gegenüber und liest langsam aus dem Buch „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ vor. Ab und an korrigiert Claudia ihre Aussprache und hilft bei schwierigen Wörtern. Die Germanistik-Studentin ist Lesehelferin beim Verein Mentor und trifft sich einmal in der Woche mit dem Mädchen. Schulen, die bei Kindern Förderbedarf sehen, können sich bei Mentor melden. Nach einem Gespräch mit Lehrern, Eltern und Schülern kann ein Lesehelfer seine Arbeit aufnehmen.
Meistens liest Claudias Schülerin vor. Danach reden sie darüber. „Deutsch ist nicht ihre Muttersprache und deshalb versteht sie nicht immer alles, was sie liest“, erklärt die 31-Jährige. Daher sei es wichtig, das Gelesene noch einmal zu besprechen. Manchmal stellt das auch die Studentin vor Herausforderungen. So fragte ihre Schülerin in einer Stunde, was denn eigentlich „leichtsinnig“ bedeutet. Da musste auch Claudia erst einmal nach einer passenden Erklärung suchen. Seit drei Jahren engagiert Claudia sich bei Mentor. Ihr Masterstudium der Neueren Deutschen Literatur kann sie damit gut vereinbaren. „Das ist einfach eine Herzenssache“, sagt sie. Außerdem motiviere es sie, die Fortschritte ihrer Schülerin zu sehen. Von Anna Beckmann

 

 

Hilfe für Geflüchtete

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„Ich wollte meine Talente gern sinnvoll einsetzen“, erzählt Lukas Schrader. Vor etwa zwei Jahren machte sich der 25-jährige Jurastudent auf die Suche nach einem passenden Ehrenamt. So gründete er mit Mitstreitern im März 2015 den Hannover-Ableger der Refugee Law Clinic, in der er seitdem Flüchtlingen kostenlose juristische Hilfe bietet. „Als wir die erste offene Sprechstunde hatten, war das schon eine bewegende Situation“, sagt Lukas voller Stolz. Hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen ist für ihn Ehrensache. Daran ändern auch Ereignisse wie der jüngste Terroranschlag in Berlin nichts: „Jetzt ist noch mehr Einsatz und Ausdauer erforderlich, um kritischen Stimmen entschlossen entgegenzutreten.“
Mittlerweile engagieren sich neben 90 Beratern auch etwa 60 Übersetzer in dem Verein. „Die Flüchtlinge verstehen oft gar nicht, was in den Behördenbriefen steht“, sagt Lukas. Er übernimmt vor allem organisatorische Aufgaben und ist damit etwa fünf Stunden in der Woche beschäftigt. Momentan steht er kurz vor Ende seines Studiums und bereitet sich auf seine Abschlussprüfung vor. „Ich besuche keine Vorlesungen mehr und bin deswegen sehr flexibel“, sagt er. Es sei aber auch kein Problem, sich mal eine Auszeit bei dem Verein zu nehmen. Von Anna Beckmann

 

 

Lebensretter auf dem Campus

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Registrierungsaktionen planen, Gruppentreffen organisieren und nebenbei studieren. Die 20-jährige Ermana hat viel zu tun: „Klar wird es manchmal stressig, aber ich schlafe lieber zwei Stunden weniger, als etwas zu vernachlässigen“, erzählt sie. Vor etwa anderthalb Jahren hat die Politik- und Deutschstudentin den Verein Aias in Hannover gegründet. Aias ist ein deutschlandweites Netzwerk von Studenten, das über Blutkrebs aufklären und möglichst viele Studenten als Stammzellenspender registrieren will. „Ich habe etwas gesucht, wofür es sich wirklich lohnt Zeit zu investieren“, sagt Ermana. Als sie auf Aias stieß, kam ihr sofort die Idee, in Hannover eine Ortsgruppe zu gründen – denn die gab es vorher noch nicht. Trotz der vielen Verpflichtungen will Ermana auch ihr Studium nicht vernachlässigen. Besonders, wenn Klausuren anstehen, achtet sie darauf, weniger für den Verein zu arbeiten. „Aber im nächsten Jahr wird es dann doch stressig“, sagt sie. Neben der Bachelorarbeit muss sie noch mit dem Verein die „Woche gegen Blutkrebs“ auf die Beine stellen. Dort wollen die 22 Aias-Mitglieder die Studenten der hannoverschen Hochschulen zu einer Registrierung bewegen. „Nur zusammen können wir viel erreichen“, sagt Ermana. Von Anna Beckmann

 

 

Von Studenten – für Studenten

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Gemütliche Sofas und bezahlbarer Kaffee: In der Hanomacke auf dem Conti-Campus können sich Studenten die wohlverdiente Pause im langen Bibliotheks-Marathon gönnen. Ob Kartenspielen mit Freunden oder Referatsvorbereitungen mit den Kommilitonen: Zwischen Kicker und dem lebensgroßen Super-Mario-Wandbild findet fast jeder einen Platz. Auch die 22-jährige Lisa von Garrel verbringt viel Zeit in dem Café. Im ersten Semester genoss sie dort die Vorlesungspausen in ihrem Wirtschaftsstudium. Seit einem halben Jahr steht sie selbst hinter der Theke und verkauft Kaffee, Cola und Süßigkeiten oder hilft bei einer der Hanomacke-Partys: „Ich mache eine Schicht in der Woche. Das sind etwas mehr als zwei Stunden“, erzählt sie.
Ohne die Arbeit der Ehrenamtlichen würde es das Café mit seinen günstigen Preisen nicht geben. Das ist auch Lisas Ansporn: „So was wie die Hanomacke hat nicht jeder Campus, und es wäre ja schade, wenn es sie nicht mehr geben würde.“ Deshalb versucht sie auch immer wieder Freunde aus dem Studium für die Arbeit in dem Café zu begeistern. Etwa 60 Studenten helfen in der Hanomacke tatkräftig mit. Hier kann jeder reinkommen, sich in den Thekenplan eintragen und mitmachen. Von Anna Beckmann

Über den Autor

ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der gedruckten HAZ. Hier im Blog schreiben vor allem Nachwuchsautoren unter dem Namen ZiSH.

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