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So ist es in der Metalcore-Szene schwul zu sein

So ist es in der Metalcore-Szene schwul zu sein
Die Metalcore-Band Desasterkids wurde 2012 von Andi Phoenix und Iain Duncan gegründet. Seit Ende August sind sie auf Tour mit ihrem Album „Superhuman“. ZiSH hat mit ihnen über ihr neues Album und Homosexualität in der Metalcore-Szene gesprochen. 

Euer neues Album heißt „Superhuman“: Wer oder was ist denn ein Supermensch? 
Iain: ​Ein Supermensch ist eine Optimalform von sich selbst, die jeder erreichen kann, indem er stärker aus schwierigen Lebenslagen heraustritt. Er schöpft Kraft auch aus den schlechten Zeiten. Dabei ist nicht wichtig, welche Hürden er nehmen muss. Ob das eine ungesunde Beziehung, Drogenmissbrauch oder auch eine Behinderung ist – egal was. Oftmals muss man eben an die eigenen Grenzen stoßen, um sich weiterzuentwickeln. Aber gerade daran kann man eben zum „Superhuman“ wachsen.
 
Andi, du gehst ja recht offen damit um, dass du schwul bist. Am Ende des Musikvideos zu „Oxygen“ küsst du einen Mann – wie ist denn das Verhältnis von Metalcore-Szene und Homosexualität? 
Andi: ​Also, es ist kein Tabuthema, aber es gibt in der Szene nur sehr wenige Menschen, die offen mit ihrer Homosexualität umgehen. Man gilt dann schon eher als Freak. Und das finde ich sehr schade. Ich bin ja nun nicht erst seit „Oxygen“ schwul. Aber auch ich musste erst einmal in mich reinhören, inwiefern ich das auch in unsere Musik integrieren will. Und jetzt mit der Zeit bin ich mir da sicherer geworden. In der Szene gibt es da ja wie gesagt auch nicht so den offenen Umgang. Und warum nicht die ersten sein, die das ändern?
Wie waren denn die Reaktionen auf den Kuss? 
Iain: ​Total kalkulierbar.
Andi: ​Ja, genau. In der Fanszene sehr unterstützend und positiv. In Onlineforen hingegen gab es  echt üble Kommentare. Die haben wir gemeinsam durchgelesen und haben echt gelacht.
Iain: ​Da kam dann oft so was wie: „Ich bin ja nicht homophob, aber die sollen das hinter verschlossenen Türen tun.“ Und genau das ist ja dann trotzdem Homophobie.
Ihr sagt jetzt, dass ihr über die Kommentare gelacht habt. Machen euch solche Ansichten gar nicht wütend?
Andi: ​Na ja, wenn man damit anfängt, sich über die Dummheit anderer aufzuregen, dann ist man selbst  dumm. Klar, ich stehe immer dafür ein, dass man sein soll, wer man sein möchte, und sich offen ausleben soll. Aber wenn andere das überhaupt nicht so sehen, dann muss man da auch einfach loslassen. Menschen mit so gänzlich anderen Einstellungen – da wird man nicht auf einen Nenner kommen.
Wie läuft eure Tour denn bisher?
Iain: ​Läuft super. Das ist ja jetzt unsere erste Headlineshow und da sind wir echt überrascht, wie gut die angenommen wird. Je nachdem wie groß die Clubs sind, waren die auch bisher immer mindestens zur Hälfte gefüllt. Da sind wir echt froh drüber.
Ist denn schon etwas total schiefgelaufen? 
Andi: ​Gleich am ersten Tag hatten wir zwei Autopannen, mussten abgeschleppt werden und einen neuen Wagen fürs Wochenende organisieren. Das war echt hart. Aber  seitdem läuft es wunderbar.

Desasterkids spielen am Mittwoch, 26. September, im Lux, Schwarzer Bär 2. Tickets kosten 13 Euro. ZiSH verlost bis Dienstag, 25. September, 14 Uhr, unter www.facebook.de/ZishHAZ zweimal zwei Karten für das Konzert. 

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